Oh, wie Weihnachten jetzt auf einmal ist. Es ist kalt, es hat geschneit, so sehr, dass ich gestern den schweren nassen Schnee durch den Hof geschoben habe und das hat sich angefühlt wie früher, als man von der Schule gekommen ist im Winter und die Oma gesagt hat, jetzt mach das aber mal. Schön. Und alle Freunde sind in die Provinz gekommen, um Weihnacht in Familie zu feiern und mit mir ulkige und schöne kleine Geschenke zu tauschen.

Apropos Geschenke tauschen: Ihr sollt mir doch mal bitte eure schönsten oder ulkigsten Geschenke in den Kommentaren beschreiben. Egal ob geschenkt oder verschenkt. Ich fange an: Ein Autogramm von Howard Carpendale, dem Richard gewidmet, in einem der plastizinsten Plaste-Goldbilderrahmen, die es gibt, und auf dem Howard Carpendale aussieht wie Angela Merkel. Hat dem Richard sichtlich gefallen, mir auch.

Was für euch jetzt als virtueller Geschenketeppich herhalten soll ist folgende Linkempfehlung: Last Christmas in gefühlt fünftausend Varianten, aber nur einmal von Wham. Großartig. Meine liebste Version ist die von Erlend Oye, die kann man hier kostenlos anhören.

Freunde, ich wünsche lustige und schöne und denkenswerte Weihnachten zum Erholen und zum Zunehmen. Ich tue ebenfalls mein Bestes und starte morgen mit Omas Ente in die weihnachtliche Bratensaison. Yeahyeahyeah.

Küsse und Grüße von der Frau Hansen

 

Knallerüberschrift, oder? Hab ich mir jetzt so spontan ausgedacht. Großartig.

Ich habe neulich etwas ganz tolles zum Thema Weihnachten gelernt und das müsst ihr wissen:

Der Weihnachtsmann wurde nicht von Coca Cola erfunden und auch nicht der rote Mantel desselben Gesellen!

Und zwar gab es den nämlich schon im 19. Jahrhundert, das hat mir eine Frau aus dem Eichsfeld (Eichsfeld, welch Geheimnisse hütest du noch…) auf einer Ansichtskarte gezeigt. Zwar gab es früher auch blaue und grüne und braune Weihnachtsmänner, aber dass es den Weihnachtsmann vor Coca Cola nicht in rot gab, das ist gelogenbetrogen.

Ich habe den Weihnachtsmann ja getroffen am Dienstag, kritisches Interview und so, Wirtschaftskrise, Alkoholismus im Sommer, neue Schlittenmodelle, volle Palette. Und da hat der auch gesagt, dass er Cola eigentlich richtig scheiße findet und das ist ja auch nachvollziehbar. Ich meine, wenn ich aus dem hohen Norden käme und mich da immer mit Schnee und so was befassen müsste, dann würde ich doch auch lieber Glühwein trinken als Kaltgetränke. Tsss. Und ihr habt das geglaubt…

Wünscht sich jetzt also keinen Weltfrieden mehr, wenn das nicht geht,

Frau Hansen

Ach ja: Ich habe im Eichsfeld bei der Frau noch gelernt, dass es einen Unterschied zwischen Postkarten und Ansichtskarten gibt und dass eigentlich alles, was wir als Postkarte bezeichnen, Ansichtskarten sind. Und dass die Eichsfelder wirklich so schlecht sind wie ihr Ruf (die Frau kam aus Düsseldorf).

 

Ich weiß, dass Diplomarbeiten immer so ablaufen und dass Diplomanden immer diese Zeit verfluchen und dass das alles so sein muss. Und dass ich nebenbei arbeite und so, das ist doch nun wirklich ein willkommener Ablenkungs- und Kontofüllungsvorgang. Aber trotzdem träume ich nachts regelmäßig von Urlaub und stelle mir Advente unheimlich schön vor, in denen man nicht nach der Arbeit noch Interviews abtippen muss oder sich den nächsten Plan, der nicht eingehalten werden kann, macht. Als ob man das noch nie gehabt hätte.

Mein Advent wird durch Lebkuchen und “Christmas Radio” bei LastFM während des Tippens und drei Adventskalender und einer LexiTV-Sendung zum Thema Weihnachtsbräuche zu dem, was er sein sollte oder wie man sich das so vorstellt. Immerhin! Andere Diplomanden haben nur einen Adventskalender, glaube ich.

Aber nächstes Jahr, Freunde, nächstes Jahr, da feuer ich hier das ganz große Weihnachtsprogramm ab, das sag ich euch. Ich werde im Illuminationswettstreit der Wohnungsbewohner der Arndtstraße den ersten Platz belegen und jeden Tag alkoholisiert den Weihnachtsmarkt gut finden und Urlaub machen. Und der Blog wird mit Weihnachtsmannmützen bezogen und es gibt einen Rateadventskalender. Ja. Das wird schön. Bis dahin ist Mitleid jeglicher Form, auch Selbstmitleid, wie ihr herauslesen werdet, mehr als willkommen. Da müssen wir alle durch, ihr noch mehr als ich.

Schönen zweiten Advent euch (das ist der Tag, wo die zweite Kerze angemacht werden kann, wusste ich früher mal). Frau Hansen.

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