Es ist einiges los in Streetarthausen. Die Gallery gedeiht prächtig und begrüßt heute eine Friedenstaube aus Reykjavik, die mir freundlicherweise zugeschickt wurde:Reykjavik (Island), 2011

Dank ihr kenne ich jetzt ein einziges Wort auf isländisch, immerhin: dúfa heißt Taube.

Außerdem bin ich neulich über zwei bislang unbekannte Streetart-Techniken gestolpert. Die eine kann so unbekannt nicht mehr sein, wenn sie einen Spiegel-Artikel wert ist. Kurzes Rätsel für euch: Was denkt ihr ist der Untergrund für dieses Bild?

Die Antwort: Ein breit getretener Kaugummi auf den Straßen Londons. Ben Wilson gilt als “chewing gum artist” und macht aus den ollen Klebefleckchen Mini-Kunstwerke. Wenn jemand eine Reise nach London in den nächsten Monaten plant: Ich hätte gern ein Foto-Souvenir.

Auch bin ich gespannt auf das erste gestrickte Streetart in Leipzig, das soll es laut LVZ bereits geben, ich hab davon aber noch nix gesehen, leider. “Urban Knitting” funktioniert so: Irgendwelche alten Gegenstände, Geländer, Fahrradständer oder auch gleich alte Fahrräder werden von fleißigen Händen bunt eingestrickt. Das sieht dann in etwa so aus wie hier in Soho, New York:

New York (USA), 2011

Welch sinnvolle und zierende Handarbeit – schöner und aufwändiger als Omas Häkeldeckchen. Und zu guter Letzt noch der Hinweis auf Mega-Streetarts in der brandenburgischen Provinz: Hier werden ganze Häuserwände beklebt. Mit Genehmigung, versteht sich. Ich war noch nie in Luckenwalde und ich weiß nichts von diesem Städtchen, aber diese Himmelmacher machen einen Besuch reizvoller:

© Wenke, MAZ

 

Danke für die guten Hinweise und Bilder, die ihr mir gesendet habt. Macht weiter damit! Und nun: Viel Freude mit der streetart gallery.

Update 1 Im Zentrum von Leipzig entdeckt:

 

Dank des schlechten Wetters haben wir es heute endlich hinbekommen die Streetart-Gallery zu aktualisieren. Schaut rein.

 

Funktionierte die Streetartgallery gerade, dann könntet ihr nachzählen: Die meisten Streetarts, glaube ich, haben wir in Berlin und Barcelona gefunden. Ich dachte, das wäre lange nichts gegen New York. Wenn irgendwas Streetart ist, dann ja wohl New York. Und was ist? Selbst an einem gewöhnlichen Samstagnachmittag in Leipzig laufe ich an mehr Streetarts vorbei als in Manhattan. Das erste, das wir gesehen haben, war dieses hier:

 

Diesen Bullen hat ein Künstler in einer Nacht- und Nebelaktion im Börsenviertel aufgestellt. Er hat ihn mehrere Tausend Dollar an Material und mehrere Wochen an Zeit gekostet und soll die Stärke der New Yorker nach dem damaligen Börsencrash symbolisieren. Weil er im Weg stand, wuchtete die Polizei das Ding erstmal weg, aber die New Yorker setzten sich dafür ein, dass es wieder hingestellt wurde. Seitdem steht es “vorübergehend” vor einem kleinen Park und wird von dutzenden Menschen täglich beritten, um ein möglichst originelles Foto zu bekommen, was nur selten wirklich gelingt, dafür oft albern und obszön aussieht.

Ansonsten hält sich New York in Sachen Streetart sehr zurück. Scheinbar sind die Banksys und Obeys dieser Welt in der Bronx oder sonstwo tätiger. Wobei – einen echten Obey haben wir bereits eingesammelt:

Vielleicht hängt die zurückhaltende Straßenkunstkultur hier mit dem allgemeinen Sicherheitswahn und dem Bestreben, möglichst brav zu sein, zusammen. An jeder Ecke stehen gut und gerne mal fünf Polizisten auf einmal rum, Rauchen darf man nicht mal in öffentlichen Parks, Hupen an Ampeln kostet 350$ und in den Geschäften (Hollister, Baby…) fragt einen jeder gern auch dreimal, wie es denn so gehe und was so los sei. Da passen Streetarts vielleicht nicht so gut dazu, zumal auch die Straßen-, Fenster- oder Bürgersteigreinigungskräftedichte pro Quadratmeter hier höher sein dürfte als irgendwo anders – es gibt also genug Personal zum sofortigen Eliminieren und feucht Nachwischen. Mal sehen, ob wir noch zum Herz der Szene finden.

 

Hier, weil ihr doch immer nicht wisst, was das mit dieser Streetart auf sich hat: Heute Abend kommt in den Passage Kinos im Rahmen der Filmkunstmesse ein Film über Banksy – und wenn einer Streetart ist macht, dann ja wohl der.

Banksy sagt über den Film: “Ich wollte einen Film machen, der für Street Art das bewirkt, was KARATE KID für den Kampfsport bewirkt hat. Aber wie sich herausstellt, haben wir einen Film gemacht, der für Street Art so viel getan hat, wie der DER WEIßE HAI für den Wassersport.”

Geht doch hin, ich mach’s auch!

 

Freunde, hallo zurück! Die steifen Brisen des Nordens haben den Kopf ordentlich freigepustet. So muss das sein, so gehört sich das für Dinge wie “Urlaub”. Als Souvenir habe ich euch ein bisschen frischen Wind mitgebracht:

Zum Einen ist die Streetartgallery voller neuer entdeckenswerter Bilder. Schön ist das.

Hamburg, 2010

Außerdem möchte ich in aller Förmlichkeit darauf hinweisen, dass diese Keimzelle der guten Blogeinträge nun auf WordPress 3 läuft – was auch immer es zu heißen hat: Ich finde das gut, glaube ich. Danke, liebster Administrator, fürs Administratieren.

Und zu allem Überfluss gibt’s noch ein kleines Schmankerl. Neben euren Kommentaren werden ab sofort kleine Bildchen angezeigt. Das Feature dafür heißt Gravatar und funktioniert so: Ihr müsst euch einmalig auf dieser Seite mitsamst Emailadresse anmelden, ein Foto hochladen und dann wird das immer dann angezeigt, wenn ihr mit der angegebenen Emailadresse einen Kommentar bei WordPress hinterlasst, so zum Beispiel:

Macht eure Kommentare nicht sinnvoller, aber schöner – quasi der Glitzerstaub auf eurem Dekolletée, das Korallenrot für eure Fingernägel oder auch das Tattoo auf eurem Oberarm, wenn es etwas männlicheres sein soll.

Also: Viel Spaß weiterhin hier. Es geht bald wieder ganz weit nach vorne, mit neuen Rubriken, die mir im Kopf rumschwirren und neuen lernenswerten Dingen. Versprochen. Ich lasse euch jetzt nicht mehr so lange alleine im Teufelsinternet.

Gruß und Kuss, Kristin.

 

Ach, wie sie wächst und gedeiht, die kleine Streetartgallery. Mittlerweile ist sie zu einer beträchtlichen Größe angewachsen – mehr als 500 Bilder gibt’s zu sehen. Also, ab in die Gallery und viel Freude bei meiner, eurer Safari, Freunde!

Wenn man so durch die Städte der weiten Welt läuft und Streetarts fotografiert, dann freut man sich, wenn man mal was wiedererkennt oder wenn man merkt, dass da Leute besonders aktiv und kreativ sind. Und dann sucht man zu Hause im Internet nach den Artists und findet Videos, die erst mal deutlich machen, wie aufwändig es ist, solche Straßenkunstwerke zu machen:

OEPS Crew – die Meister der Perlen:

Pat and Fis aus Irland, deren Bilder auch Barcelonas Trafokästen verzieren:

Und spätestens wenn man das sieht, dann kann man es doch nur scheiße finden, wenn die Streetarts von “Sammlern” gestohlen werden. Lasst doch bitte die Schallplatten und die Spiegel und die Perlenbilder und die Plakate einfach dort, wo sie kleben, denn da gehören sie hin. Auf die Straße. Heißt ja schließlich Streetart.

 
  • Ich bin jetzt wirklich Sächsin geworden. Es hat mir das grüne Herz in bratwurstgroße Fetzen gerissen, als die Frau im Bürgeramt nicht nur die Leipziger Adresse über meine Thüringer Identität geklebt hat und das Ganze, als ob sie (nicht ganz unbegründet) Angst hätte, dass ich es mit dem Fingernagel rückgängig mache, noch mit Plastikfolie versiegelt hat. Nur die Einsicht, dass Leipzig doch eine ganz passable Alternative zu Thüringen ist (es hätte schließlich auch Chemnitz oder Düsseldorf sein können) und dass ich jetzt als Arndtstraßenanwohnerin kostenlos ins Horns Erben komme salben die Identitätswunde.

  • Ich habe erfolgreich ein Learning-by-doing-Tutorial in Schränkelackieren absolviert. Mein rechter Oberarm erinnert sich an das Abschleifen und Lackieren freudig muskelverkatert. Dafür strahlt der Flur jetzt als pastellgelber Salon. Wie das klingt! Und wie das aussieht! Herrlich.

  • Die Streetartgallery ist jetzt ein bisschen anders geworden und weil ihr das sonst kaum merken würdet, erklär ich euch das kurz. Der verehrte Administrator meinte: “Ach hier, das sind jetzt aber viele Bilder, das dauert jetzt lange beim Laden, mach mal Kategorien für die Streetarts.” Naja, und da habe ich über Kategorien wie “Menschen – Tiere – Sensationen” nachgedacht und die Idee wieder verworfen – denn schließlich ist das als großes buntes Sammelsurium von Streetarts gedacht und wer klebt denn bitte was mit Kategoriendenken an die Wände. Deshalb könnt ihr jetzt statt durch Kategorien chronologisch durch meine Streetartsafari klicken, in 40er-Häppchen seitenweise. Viel Spaß dabei. Und ab jetzt kommen die Bilder, die ihr mir dankenswerterweise aus überall zuschickt, auch wieder regelmäßig auf die Seite – also macht weiter damit! Ich danke euch dafür.
 

Streetart, Erfurt

Kommt aus Erfurt von Franziska. Danke!

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