Es war kalt im Februar, kalt am Rhein und kalt bei den Raketen. Das passte zur Stimmung ein bisschen. Am Rhein habe ich Tschüss gesagt zu dem Herz, das fortan als Reisesiolita von sich reden und lesen machen sollte. Unglaublich, jetzt ist sie fast ein Jahr weg und wir haben gelernt, dass es für unsere Fern-Beziehung kaum Unterschiede macht, ob sie in Düsseldorf, Peru oder Bali rumhängt. Danke, Internet. Danke, Herz. Ich bleibe hier als ausharrender Pol in Leipzig und warte auf dich. Und dann gab es im Februar eben noch die Raketen. Das war arbeitstechnisch mein Thema und ich war in Dresden bei einem Raketenfreak und an der Ostsee und überall war es kalt. Das traurigste an den Raketen war nicht nur, dass ich die Ostsee gar nicht richtig gesehen habe, als ich dort war, sondern auch, dass ich mein Versprechen, aus der Sendung eine Mädchensendung zu machen (Raketen als Modeschmuck, Raketen selber häkeln, Raketen tanzen), nicht halten konnte.

Sei’s drum, der Februar hat meinen Jahreslieblingsliedern ein Spitzenlied beschert, das auch ein bisschen unterkühlt ist und deshalb superst zum Monat passt und als Entschädigung Bilder vom Meer enthält:

 

Freunde, ich bin unglaublich stolz auf euch. Und zwar deshalb, weil ihr dabei seid, wie schon oft zu lesen war und jetzt in fortgesetzter geballter Form zu lesen ist.

Die Streetartgallery wächst und gedeiht, und dafür bin nicht mehr ich allein zuständig, sondern auch Simmi, Thomas und Siola, die mit offenen Augen durch die Städte dieser Erde laufen und fleißig auf Fahrräder klettern, um so hoch wie möglich zu stehen für’s Foto. Die Resultate sind ansehnlich, macht es bitte auch wirklich – in der streetartgallery.

Falls ihr euch an die Ammonium Alum Geschichte erinnert – auch hier gab’s Post. Bislang zum Glück nicht unter dem Stichwort Schweiß, was mich weiterhin an die Wirksamkeit des Produkts glauben lässt. Katharina, die Chemie-Fee, bestätigt mir das folgender Weise:

Da du den Deo-Kristall ja scheinbar selber schon nutzt(?), hast du bestimmt schon selbst recheriert und ihn als harmlos befunden.
Aber weil ich es versprochen habe (und mich nun wieder daran erinnere), die passenden Wikipedia-Links:
Alum heißt eigentlich Alaun und wird für vieles und als Deodorant verwendet (siehe 1. Link, Abschnitt Verwendung), dass er ungefährlich ist, beweist der zweite Link (ganz unten rechts: “keine S- und R-Sätze” bedeutet “nichts zu beachten, keine Gefahr”)
Ob es einem aber gefällt, dass die Eiweiße in der äußeren Hautschicht ausgefällt werden und sich so die Poren schließen (das bewirkt der Stift wohl laut Wikipedia) darüber mag man selbst entscheiden.

Danke, Katharina! Ich habe beschlossen, selbst Eiweiße in äußeren Hautschichten harmlos zu finden.

Und dann war da noch das Rätsel um das Wörtchen “allerdings”. Seit seinem Urlaub gibt es einen neuen verticale-Leser, den geschätzten LexiTV-Kollegen Peter. Ebenjener war nach der Lektüre vom Ehrgeiz gepackt und hat tatsächlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache nachgefragt, wie sich das nun verhält. Die Antwort ist schnöde und für Peter leider unbefriedigend: Es gibt im Deutschen einfach zwei Bedeutungen des Wortes “allerdings”. Nicht mehr und nicht weniger. Großer Dank für die investigative Recherche – das Rätsel ist damit gelöst, ich bitte Siola, “Timmel” auf ihren Duden zu kleben und gebe ganz weltfräulich Eis für alle aus. Zur Belohnung und aus Freude über all die verticale-Aktivisten. Weitermachen, Freunde, weitermachen. Macht Spaß mit euch.

Sucht euch die Eissorte selbst aus, Rechnung geht auf mich.

Sucht euch die Eissorte selbst aus, Rechnung geht auf mich.

EDIT: Und schon geht’s weiter – heute, also Mittwoch, kamen sehr schöne neue Streetarts aus Erfurt, dank dafür an Franzi!

 

Speiseeis (Sorte: egal, aber kein Wassereis, weil davon kriegt man Würmer im Bauch!), das anders als Kugeleis nicht in schöner Form auf die Waffel drapiert wird, sondern – der Name verspricht ein Feuerwerk eurer Sinne: mittels Spatel drauf geklatscht wird. Typische Eisdarreichungsform südlich des Alpenvorlandes und ergibt in etwa sowas:

Klatscheis mit Klatscheisproduzentem (hinten).

Klatscheis mit Klatscheisproduzenten (hinten).

Jana und Janine waren sich sehr sicher, dass es das Wort gibt – dem ist nicht so und jetzt sollte aber mal dafür gesorgt werden, dass das Klatscheis in den Bauch und in den Duden kommt.

Leckerstes Klatscheis allererster Güte gibt es übrigens bei Tichy in Wien, hingehen und gern auch artfremdes Eis essen, zum Beispiel Eismarillenknödel (die dann ja wieder eine Form haben, wenn ihr versteht…).

Ach ja: Bei dem ersten Teil dieser illustren Rubrik rief ich dazu auf, mir gern auch noch wortakrobatische Rätsel zu schicken. Hat se den Mund ganz schön voll genommen, die Hansen, denn folgende Knobelei von Siola ist nach wie vor ungelöst:

Kannst mir ja irgendwann auch erklären wie es kommt, dass wir “allerdings” sowohl als Zustimmung als auch als Einleitung einer Einschränkung verwenden.
Beispiel1: Anne Will stinkt. – Oh ha, Allerdings.
Beispiel2: Anne Will stinkt. – Stimmt, allerdings ist an ihr noch viel störender, dass sie das großartiger Talkformat “hart aber fair” dreist kopiert und damit eine Gleichförmigkeit der Talklandschaft bewirkt.

Siola versprach mir, auf ihren Duden “Hansen” zu kleben, wenn ich es rauskriege, aber vielleicht gibt es auch Namenssticker von euch und die sehen auch gut aus auf Gelb und deshalb könnt ihr ab sofort lustig mitraten. Hauptpreis der Allerdingsigen Tombola: Ein ordentliches Klatscheis. Allerdings.

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