Es gibt keine Fotos, anhand derer ich meine Furcht verbildlichen könnte, aber wer gestern ein bisschen was von Wetten dass, ääääääh, 2009 Jahre Mauerfall im ZDF gesehen hat, der hat das doch auch gemerkt, nämlich, dass die Angela Merkel, meine Kanzlerin, krank aussah. Oder nicht? Ich hatte wirklich Mitleid und wollte ihr gern eine Wolldecke in den Berliner Regen bringen. Ob die sich in den USA mit der Grippe infiziert hat? Und was hat das mit diesem Blog hier zu tun? Nichts, ich will nur mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen und über die Suchbegriffe “Angela Merkel krank” Leute auf meine Seite locken.

Hinterlistig, aber besorgt kocht sich die Frau Hansen lieber mal selber noch einen Grippe-Konter-Tee. Man weiß ja nie…

 

Nach einer halben Woche kann ich folgende Wissenszuwächse verzeichnen:

- Niemand schafft es, zwölf Salzstangen oder eine Scheibe Brot in weniger als einer Minute zu essen. Janas Rekord liegt bei 1’05. Wenn ihr’s schneller schafft, dann beglückwünsche ich euch, rate euch aber, auf jeden Fall ein Glas Wasser (still, groß) bereit zu stellen.

- Die Windsors hießen früher Sachsen-Coburg-Gotha, haben sich aber im Zuge der Unpopulärwerdung (schon allein das ist doch ein Zugewinn, dieses Wort!) des / der Deutschen umbenannt nach der Residenz ihrer Sippe. Außerdem hatten die früher den Nachnamen Battenberg, sofern die nicht Princess oder so hießen. Jetzt heißen sie Mountbatten-Windsor – ratet, warum. Auf den Trichter brachte mich übrigens Christiane, die bei den nächsten Wahlen für Frau Weischenbergs Nachfolge kandidiert.

- Die Welt ist ein Dorf und zwar nicht nur zu Olympia. Ich kenne jetzt drei Mitglieder einer US-amerikanischen Forschergruppe an der Northwestern University von zwei unabhängigen Recherchen für LexiTV Sendungen. Ist das nicht irre? Ich meine: Amerika ist riesig, Chicago größer als Saalfeld, eine Uni ist an sich ist nicht wirklich die kleinste Einheit einer Gesellschaft. An sich wäre es also schon krass, drei Amerikaner oder Chicagoer (Chicagonesen? Chicagoaner? Chicager? Chicagos?) einer Fachrichtung zu kennen – aber dann auch noch drei aus einer Gruppe von sieben (?) Leuten… Unabhängig voneinander… Unglaublich. Ich bin verwirrt.

- Ach, und hier: Schweinegrippen sind scheinbar beliebter als Weltenbummler. Hört mir auf mit diesem Quotendreck… Gefühlt waren Weltenbummler schöner und besser und sehenswerter.  Aber was will man machen.

So, weiterlernen!

Die Lexikonfee.

 

Endlich kenne ich den süßen kleinen Swine Flu persönlich:

Swine Flu aus Mexiko

Eingeschleppt von Fe und Lisl aus Mexiko. Herzlichen Dank nochmals! Auf die Menschen!

 

Ich fange heute an, Tiere mit Grippenamen zu sammeln. Wie ich das so sehe, kann es dauern, bis Vogel- und Schweine- mal Kumpels kriegen. Und ich gebe zu: Das reicht ja auch erst mal. Denn spätestens heute fangen auch die Fernsehmenschen wieder an zu sammeln. Freut euch auf eine Woche der Superlative, was Nichts-Neues-Vermelden über Schweinegrippe angeht. Alles, was ihr wissen müsst, und zwar ALLES im Sinne von ALLES, könnt ihr auf der Seite vom Robert-Koch-Institut lernen. Folgende Dinge habe ich bei meinen heutigen Recherchen im Team der MDR-Task-Force gelernt und gedacht:

  • Eigentlich dürfte Schweinegrippe nicht Schweinegrippe, sondern Nordamerikanische oder Mexikanische Grippe heißen, finden auch Juden und Muslime. Aha, so so. Na dann. Ich kann euch jetzt schon versprechen: Die Alternativen sind so medienunaffin, dass es für immer Schweinegrippe heißen wird.
  • Schweinegrippe klingt auf Englisch unheimlich niedlich: Swine Flu. Ich würde gerne eine Trickfilmfigur danach benennen.
  • Ihr sollt euch gefälligst nicht die Hand vor den Mund halten, wenn ihr niest oder hustet, ihr kleinen Schweinegrippenverbreiter. Sondern den Ärmel, weil ihr das Ganze dann zumindest nicht durch Händeschütteln weitergebt. Solltet ihr ein Begrüßungsritual haben, in dem der Ärmel eine wichtige Rolle spielt, dann niest und hustet bitte in die Kniekehle.
  • Die Sache mit dem Mundschutz ist ein lustiges Placeböchen: Es ist überhaupt nicht nachgewiesen, dass das irgendwie helfen könnte.
  • Ich habe Angst, dass die Schweine am Freitag auf der Messe ein bisschen mehr als nur geschlafen haben.

Des Weiteren mache ich mir Sorgen, dass die Welle der Sondersendungen mehr Angst als Aufklärung verbreitet, auch, wenn die vorsorglich schon mal irgendwas mit “Panik” im Titel haben, um zu suggerieren, dass hier alles andere als Panik gemacht werden soll, was dann aber doch passieren wird (ein Teufelskreis). Und ich freue mich persönlich sehr auf die schönsten Symbolbilder. Mein bisheriger Favorit:

Schweinegrippe sieht so oder ähnlich aus, findet die taz, und schreibt darunter: "  Deutschland wappnet sich: Feuerwehrmänner in Frankfurt mit Infektionsschutzanzügen.". Foto: dpa.

Herrlich. So kann es weiter gehen. Also – lieber nicht(!), sonst kann ich mich doch noch ganz gut in diese Panik mit reinsteigern.

So, jetzt schön Hände waschen gehen, ne?

Die skeptische Arzttochter.

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