So lange die dicke Frau noch singt ist die Oper nicht zu Ende und so lange ich zehnmal im Jahr hier etwas poste ist der Blog noch nicht tot. Das ist jetzt beschlossene Sache. Ich will mich aber befleißigen und dieses Jahr blogseitig aktiver ausklingen lassen als es bislang hingedümpelt ist. Zwölf Tage hat das Jahr noch, da passen noch zwölf Einträge rein und da das Jahr zufällig zwölf Monate hat, will ich jeden Eintrag einem Monat widmen. Irre Idee mit irrem System: Es geht mit Januar los.

Januare beginnen meist mit allen Folgen von Planet Erde im Fernsehen, die ich schlafend und ausnüchternd und kopfschmerzend am Sofa vorbeilaufen lasse. Großartig dabei: Man schläft mit Elefanten ein und wacht in der Antarktis auf. Schöner kann kein Katertraum verlaufen. Dieses Jahr war das aber nicht so und ich weiß, woran das lag. Meine Freundin Siola war nicht da und also auch nicht die bunten Schnäpse, die ihre Mutter ihr im Jahr davor angedreht hatte. Und das Battle der Billig-Champagnare von Lidl und Aldi haben eindeutig beide verloren, was darin endete, dass wir die Flaschen ganz lässig und so versnobt, wie man eben wirken kann mit Discounter-Schampus in der Hand, durch die Straßen mitführten, um sie dann an einer Ecke stehen zu lassen. Schade um die zweimal 11,99 Euro (merke: dieses Jahr 13,99 Euro. That’s Inflation right there!). Auch anders waren in diesem Januar folgende Dinge: ich musste keine Hühnersuppe kochen, weil kein Haushaltsmitglied so krank war, dass nur Hühnersuppe hätte helfen können, in Leipzig lag ein bisschen Schnee und in den Alpen lag soviel Schnee, dass es selbst die Menschen dort überraschte. Mein Kleinwagen bekam also das letzte Mal in seinem schönen Autoleben Schneeketten angezogen und meine Erinnerung ein Bild von einem Winter eingebrannt, das 70-Jährige irgendwo in der Kindheit suchen müssen. Und mitten in dieser Schneemassenromantik, zwischen Kräuterschnapsflaschen und Bolognese-Resten habe ich das erste Mal dieses Video gesehen, das entweder alle schon kannten oder auf jeden Fall zwei Tage später ungefähr fünfmal gesehen haben müssen, so viele Hits wie der Clip bei YouTube hat:

Und alle so: Krass, der Typ mit den Haaren, was der für eine Stimme hat!

Tschüss, bis Februar.

 

Ich will nicht mit dem leidigen Thema Klimawandel anfangen und es ist mir durchaus bewusst, dass ein Winter noch kein Global Warming stoppt. Aber diese Bilder lassen einen doch zweifeln, dass es jemals eine Zeit ohne Schnee geben wird:

Wir sind in Österreich und nein, wir müssen nicht gerettet werden. Einige Pisten sind wegen Lawinengefahr geschlossen, aber der Ort, so sagte der Liftarbeiter, ist nicht gefährdet. Mein persönliches Highlight bisher: Ein schmerbäuchiger Mann im Midlifecrisis-Alter in einer Bar, die sich gerade in eine Après Ski Hölle (hier: “apre´s ski”) verwandelte. Er singt mit bei “Girl, I wanna make you sweat, sweat till you can’t sweat no more, alalalalalong” und wippt dabei bedeutungsschwanger sein Weißbierglas. Die Singlefrau nebenan guckt angestrengt weg. Wir gehen schnell wieder und schwitzen wirklich, in der Hüttensauna. Ein Hoch auf den Winterurlaub.

 

Der harte Verlust des Mittelklassewagens des Freundes hat der Winter mit seiner Macht weggeschneit. Wir freuen uns über die Verlängerung meines Corollas zu einem Kombi. Bleibt sicher auch nach dem Winter so, da geh ich fest von aus.

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