Als ich frisch aus dem Urlaub zurück war, war Westpaket-Flohmarkt auf der Karl-Heine-Straße und das war schön und als ich limonadeschlürfend und traurig ob der nichtexistenten Schnäppchen zum Mittelklassewagen des Freunds schlurfte, da lag das hier auf der Straße vor einem Stand von zwei Mädchen:

Streetart-Bild für zu Hause

Was man jetzt nicht erkennt: Das Ding ist auf Leinwand gesprüht und ungefähr so groß wie ein A4-Blatt und was ihr sicher wisst: Das Ding war schnell ins Herzel der Frau Hansen durchgedrungen. Ich frage also das eine Mädchen, wie viel sie für das Bild will, sie sagt ganz verstohlen und bisschen unsicher: “Naja, also so vier Euro würde ich dafür schon noch haben wollen…” und ich sage ganz weltmännisch und gönnerhaft: “Na gut, dann nehm ich das mit.” und gebe dem Mädchen vier Euro und nehme das Bild mit und hüpfe heimwärts.

Jetzt hängt das Bild schön an der Raufasertapete im Hansenschen Heim und bei mir hat sich jetzt neben der Freude darüber ein bisschen Traurigkeit breit gemacht, weil: Vier Euro kostet doch alleine bestimmt schon mal die Leinwand und da habe ich aber noch keine Sprühdosenfarbe dafür gekriegt und schon gar nicht das Vermögen des Streetartists. Was ich damit sagen will: Ich glaube, das Mädchen wusste nicht, was es tat und ich habe das Bild unter Wert gekauft. Deshalb will ich das Ganze wenigstens hier ein bisschen nichtkommerziell aufwerten.

Und für euch gibt’s dank des Bilds ein lustiges Memory-Spiel: Findet das Straßenwandpendant in der Gallery, aber wenn ihr einmal falsch getippt habt, dann müsst ihr das Bild wieder umdrehen und neu beginnen. Verstanden?

Los geht’s,

Streetartresterampe-Hansen.

 

Ich weiß nicht warum Amerika als Reiseland gerade so eine Renaissance erlebt. Oder es ist schon immer so gewesen, dass Leute in meinem Alter nach Amerika reisten, sofern sie nicht von antifaschistischen Schutzwallen davon abgehalten wurden. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dahin fliegen boomt gerade erheblich. Ein Miniargument könnten die unglaublich günstigen Flugpreise sein.

Jetzt waren da diverse Menschen, die ich kenne und dank Thomis Immer-Wieder-San-Franciso-Aufenthalten und seinem Versprechen, im nächsten Jahr eine schönere Wohnung zu haben als bei seinem letzten Aufenthalt, werden Thomas und ich im nächsten Jahr vielleicht auch mal die Pferde satteln und durch die Prärie reiten. Oder einfach nur so in Kalifornien abhängen. Was komisch ist, weil ich bis vor ein paar Monaten noch dachte, dass mich die USA jetzt nicht so sehr umhauen. Aber das kann sich ja gern auch mal ändern.

Was ich bislang aus den Erzählungen von meiner imaginären Reiseliste strich: Las Vegas und die Illusion, in drei Wochen aber mal richtig was von Amerika sehen zu können. In dem zugegebenerweise kleinen Marco-Polo-Reiseführer, den ich für freundliche 2,50 Euro erstand, ist zum Beispiel eine tolle Rundreise durch die Canyons beschrieben. Dauer: 2 Wochen. Entlang des Highway One von San Francisco nach Los Angeles: mindestens 4 Tage. Es wird jedenfalls spannend und wird immer spannender, je mehr ich zufällig außerhalb der Tagesthemen aus Amerika höre oder sehe. Empfehlenswert ist zum Beispiel folgende Bilderserie in der Zeit von Sasa Stanisic und Jennifer Percy:

Auch in Amerika.

Fieberträume entlang der Highways.

Die Geschichten klingen wie Fieberträume und bringen einen neuen Punkt auf die Anti-To-Do-Liste: Einfach mal durchs Land fahren und gucken, was passiert. Weil es passiert scheinbar nichts.

 

Wie hat der Typ das nur gemacht? – Danke nochmal an Jonathan für den Tipp!

 

“Wenn ich mit dir telefonier, mal ich Kringelblumen auf ein Papier.”


 

Freunde, wer hätte gedacht, dass sich verticale dermaßen schnell als Trendsetterin etabliert (ja, verticale ist weiblich, das lege ich hiermit ein für allemal fest und fühle mich nach einem kurzen Blick ins Wörterbuch bestätigt). Kaum sind die ersten Doodles vom Freund und von Simeon auf der Seite, schon macht O2 handfeste Doodle-Werbung und RTL einen total wissenschaftlichen Psychotest in Büros: Was verraten die Doodles von Janette, Lutz und Birgit über deren Charakter? Die Ergebnisse sind übrigens so ähnlich wie bei den Beziehungs-Kreuzel-Tests in Frauenzeitschriften. Da trifft auch immer alles und nichts auf einen zu. Und dann kann ich voller Stolz noch berichten, dass ich jetzt Besitzerin eines Doodle-Malbuchs bin. Großer Dank an Kerze dafür, ich liebe verspätete Geburtstagsgeschenke (falls ihr meinen Geburtstag vergessen habt: Es ist nie zu spät für ein Geschenk für mich, da bin ich wahrlich großmütig und verzeihe euren Faux Pas sehr gern. Adresse kennt ihr ja.). Und ich mag es, im Bettchen vor dem Schlafen ein Gesicht oder eine Linie oder eine Frisur zu malen.

So, jetzt wieder ran an die Kulis.

Die bescheidene Frau Hansen.

 

Mitten in der thüringischen Provinz erreichte mich ein neues Doodle von Simeon:

Simeons Doodle

Praise Simeon for his Doodle right now.

Schön. Bis später,

die Spargelköchin.

EDIT: Oh, und preist Simeon auch für die fantastische Tag-Wolke auf verticale! Tschööööön!

 

Ihr dachtet, ich mein das nicht ernst mit dem Bilderschicken, ne? Haha, Thomas dachte das schon und er lag richtig in der Annahme, dass ich die Bilder tatsächlich veröffentliche.

Hier also die ersten zwei Kunstwerke auf verticale:

Wow, ein Verticaleschriftzug!

Wow, ein Verticaleschriftzug!

Fetziger 3D-Oldtimer

Fetziger 3D-Oldtimer

Fühlt euch angespornt und ermutigt.

Kunstfreundin Kristin

 

Also bei mir sind es ziemlich einfach definierbare geometrische Figuren, aber einige Leute zeigen ja durchaus ihre Künstlerambitionen, wenn sie telefonieren oder sitzen oder sonstwie sind und nebenbei nicht so recht wissen, was sie mit dem Kuli in der Hand jetzt machen sollen und dann die Schreibtischunterlage für sich und ihre künstlerische Katharsis entdecken. Ein Kollege zum Beispiel ist echt gut drin, bei der wöchentlichen Konferenz Rosensträuße oder Segelboote auf das Protokoll zu bringen. Und da es noch andere unbewusste Kulikünstler dieser Art zu geben scheint, hat Carl-H1 (Knallername, oder?) Daxl ein kennenlernwürdiges Projekt geschaffen: doodleart. Ihr könnt mitmachen – kulikritzeln, digitalisieren, an den Meister schicken. Oder wir machen ne Konterparty: Ihr schickt MIR eure Kunstwerke (ich nehm auch Öl und Aquarell, da bin ich nicht so begrenzt) und ich stell sie auf die Seite. Und wohin schickt ihr die? An meine goldglänzende, weil so neue Emailadresse -

email1

Ein Traum. Es freut sich

Kristin, die heute schwimmen war. (Applaus, Kristin.)

© 2011 verticale Suffusion theme by Sayontan Sinha