Es ist nach wie vor möglich, das Leben ohne Handy. Aber so langsam nervt’s. Ich denke immer noch regelmäßig, dass es klingelt oder dass es vibriert hat, aber das sind nur Täuschungen meines wirren Kopfes. Und dann ist es noch so, dass man ja durchaus per Festnetz oder Email Drehtermine ausmachen kann, aber wie blöd ist es denn bitte, dann sagen zu müssen: “Naja, äh, also wenn sie mich zurückrufen wollen, dann ist das grad eher schlecht, weil ich nie irgendwo lange am Festnetz sitze und mein Handy ist vorübergehend nicht existent.”
Gut, damit kommt man ja klar, aber was echt fies ist, ist, dass die soziale Verrohung in der Diplomarbeitszeit durch den Handymangel ja nur noch verstärkt wird. Man kann ja nicht mal durch SMS-Schreiben prokrastinieren Freundschaften erhalten oder durch erhaltene SMSen denken, dass die Menschheit Anteil am eigenen Leid nimmt. Man ist wirklich ein bisschen raus, was natürlich noch schlimmer wird, wenn die Leidensgenossin derzeit auch keinen regelmäßigen Internetzugang hat. Ach, ach, ach. Schreibt mir doch wenigstens einen Kommentar, bitte.
Gleich noch mal zum Briefkasten rennend (vielleicht ist die SIM-Karte ja doch schon gekommen),
Frau Hansen.



