Herrlich, heute fühlt sich das alles ziemlich gut an. Die Sonne scheint. Okay, es ist arschkalt, aber vielleicht führt gerade dieser Umstand die Meisen endlich zu meinen Knödeln. Zwar nur eine bisher, aber wenn die ihren Kollegen erstmal bescheid sagt, dann kann ich aber mal schön Nachschub holen, Freunde. Die Diplomarbeit ist auf stattliche 82 Seiten angewachsen und: mein Handy ist wieder ganz. In den letzten Tagen war es dann doch mehr Krampf als Erlösung, ohne Handy unterwegs zu sein. Ich weiß nicht, wie oft ich Sätze wie: “Ach, Kristin, jetzt hatte ich ja ganz vergessen, dass dein Handy nicht mehr geht.” oder: “Doch, die Kristin ist da, aber ihr Handy ist doch kaputt – warte, ich reich dich mal rüber.” gehört habe, es war auf jeden Fall ausreichend um zu dem Fazit zu gelangen: Mit Handy is entspannter.

Als kleine Schmonzette in Sachen Handy noch eine Geschichte meiner Kollegin Silke, die am Wochenende versehentlich die Hose samt Handy in die Waschmaschine gesteckt hatte, was ihr aber erst nach dem letzten Schleudergang auffiel:

Ich schrie “Mist, das Handy war in der Waschmaschine!”

Mein Sohn fragt: “Bei wie viel Grad?”

Isch sach: “Bei 40 Grad.”

Der altkluge Sohn antwortet: “Das kann ich dir gleich sagen – 40 Grad ist viel zu heiß fürs Handy!”

Tja, da konnte ich wieder lachen.

Bin dann sofort zu e-plus (weil fünf Tage ohne macht doch Angst!), neues Handy hatte ich noch, SIM funktionierte aber nicht mehr. Neue bekommen, konnte sofort wieder telefonieren – nur waren alle Nummern weg und Fotos etc.

Jetzt, also heute, wollte ich es einfach noch mal probieren, schließe das alte Handy vorsichtig (wegen Angst vor “Kurzem”) an…und…nokia ist sensationell…Handy funktioniert, SIM auch…alles da…und für alle, die jeden Tag was lernen wollen: 40 Grad sind eben doch nicht zu heiß!

Na seht ihr, da haben wir sogar noch was gelernt. In diesem Sinne: Frohes mobiles Kommunizieren!

Kristin

 

Es ist nach wie vor möglich, das Leben ohne Handy. Aber so langsam nervt’s. Ich denke immer noch regelmäßig, dass es klingelt oder dass es vibriert hat, aber das sind nur Täuschungen meines wirren Kopfes. Und dann ist es noch so, dass man ja durchaus per Festnetz oder Email Drehtermine ausmachen kann, aber wie blöd ist es denn bitte, dann sagen zu müssen: “Naja, äh, also wenn sie mich zurückrufen wollen, dann ist das grad eher schlecht, weil ich nie irgendwo lange am Festnetz sitze und mein Handy ist vorübergehend nicht existent.”

Gut, damit kommt man ja klar, aber was echt fies ist, ist, dass die soziale Verrohung in der Diplomarbeitszeit durch den Handymangel ja nur noch verstärkt wird. Man kann ja nicht mal durch SMS-Schreiben prokrastinieren Freundschaften erhalten oder durch erhaltene SMSen denken, dass die Menschheit Anteil am eigenen Leid nimmt. Man ist wirklich ein bisschen raus, was natürlich noch schlimmer wird, wenn die Leidensgenossin derzeit auch keinen regelmäßigen Internetzugang hat. Ach, ach, ach. Schreibt mir doch wenigstens einen Kommentar, bitte.

Gleich noch mal zum Briefkasten rennend (vielleicht ist die SIM-Karte ja doch schon gekommen),

Frau Hansen.

 

So, genau vor 24 Stunden ist das olle Ding runtergefallen. Das heißt: Tag eins ohne Handy ist rum und es war erwartungsgemäß nicht schlimm. Hier die Erkenntnisse:

  • Pressesprecher können auch Mails schreiben, um Drehs zu bestätigen. Großartig!
  • Rundmails mit der Nachricht vom defekten Handy haben integrative und kommunikative Funktionen. Ich habe noch nie so rege Antworten auf eine Massenmail bekommen. Schön, das freut mich wirklich!
  • Es gibt eine Form von Handy-Paranoia: Ich denke andauernd, dass mein Handy klingelt und will mein Monstertäschchen öffnen, um nach neuen SMS zu schauen. Ist jetzt im Moment natürlich beides Blödsinn. Von daher werden die Tage ohne wohl die reinste Entwöhnungstherapie.
  • Es gibt Diskussion ob der verschollenen Handynummern. Angeblich speichern “moderne” Handys die Nummern auf dem Telefon ab, ganz automatisch. Gilt ein Handy als “modern”, das nicht von Apple ist, keine Kamera hat und den Weg ins Internet nicht findet, dafür aber über eine Woche ohne Netzteil überlebt und als Taschenlampe fungieren könnte?

Es geht weiter, morgen dann. Hier. Vermutlich genauso unspannend wie heute. Ihr müsst es trotzdem lesen.

Frau “60 Seiten” Hansen

 

Manchmal weiß man ja vor lauter Dummheit schon gar nicht mehr, über was man noch so schreiben soll und dann fällt einem das Thema wirklich so einfach vom Küchentisch. In diesem Fall: Das Handy. Im kuschligen Schutz eines Monstertäschchens hat es bislang zirka hundertelf Stürze überlebt. Gestern Abend, beim hundertzwölften, war Schluss. Das Handy hat dank robuster finnischer Baukunst zwar keinen Schaden genommen, die SIM-Karte eigentümlicherweise schon. In keinem Handy des Haushalts funktioniert die noch und bis ich eine neue kriege, können bis zu fünf Tage vergehen. Und das ist jetzt der Selbstversuch: Wie ist das denn, wenn man fünf Tage mal ohne Handy lebt und diplomiert?

Gehyptes Thema, werdet ihr denken, isses ja auch, zumal ich noch nie zu den Handyaddicts gehört habe. Das Gerät an sich verfügt neben einer Taschenlampe (heyyyyy!) über keine nennenswerten Features und meine Handyrechnung steigt nur selten über zehn Euro. Ist also nicht so wild, das alles, aber: Manchmal, da braucht man das ja schon. Wenn Pressesprecher zurückrufen und den Drehtermin bestätigen. Oder wenn man am Treffpunkt steht, aber es kommt niemand, und man muss rauskriegen, ob man jetzt falsch steht oder ob der andere einfach nur zu spät kommt. Oder man ist im Netto und weiß nicht, ob noch fünf Stücken Butter im Kühlschrank sind oder man eine mitbringen sollte. Oder oder oder. Also mal sehen, wie das so wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Übrigens: Einen Vorteil hat die ganze Sache jetzt schon – es wird eine unfreiwillige Telefonnummernbereinigungsaktion. Mit der Karte sind auch meine ganzen Kontakte verschollen und wenn nicht jetzt, wann dann konzentriert man sich bei der neuen Karte auf die wesentlichen Menschen hinter den Nummern.

Festnetztelefonierende Grüße,

Frau Hansen

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