Die ersten Tage in New York waren sommerlich, ja, aber seit heute wissen wir, was Sommer in New York bedeutet. Nach kurzem Runterkühlen im neuen Yotel-Zimmer (wir sind aufgestiegen in die 18. Etage, yay!) sind wir raus auf die Straße und das hat sich angefühlt, als würde man durch die heiße Abluft einer Klimaanlage laufen. Bloß war das hier keine heiße Abluft, das war einfach nur die New Yorker Standardsommerluft. In der U-Bahn war eine Frau, die hat ein Buch gelesen mit dem Titel “The Ice Princess”. Das ist vermutlich wie “Mache dir heiße Gedanken, Mädel!”, nur umgedreht für den Sommer.
Die U-Bahn warf uns dann am Central Park raus und wir haben den ganzen Nachmittag unter Bäumen, auf Felsen und an Teichen verbracht. Da ging’s mit der Hitze und als am tränenförmigen John-Lennon-Gedenk-Mosaik ganz melodramatisch ein Sommerregen losbrach, wurde es umso erträglicher.
Der Central Park ist wirklich ein bisschen Dschungel in der Stadt. Nicht ganz so perfekt getrimmt wie die Rasenflächen in Neu England sonst, mit verwildert wirkenden Wäldern und kleinen Seen, in denen Schildkröten schwimmen. Das Dröhnen der Großstadt macht aber permanent und unüberhörbar die Geräuschgrundlage, sodass man nirgends auf die Idee kommt, sich wirklich weit weg zu fühlen. Am Abend prägt das Parkbild eine Horde von Joggern, die irgendwo aus einem Loch gekrochen sein müssen, und nun entweder komplett sportbekleidet oder – wenn man es sich leisten kann – besixpackt oben ohne um das eigene Leben liefen. Auch beliebt scheinen Sprinttrainings mit abenteuerlichen Trippelübungen, Yogastunden vor dem Schildkrötenteich und andere Sportkaspereien mit Personal Trainern zu sein. Wir schlenderten daran vorbei und endlich sahen wir einen Sonnenuntergang, wie er großstadtromantischer nicht sein konnte. Hach. New York. Du hast immer noch Einen in der Hinterhand.













































