“Ein Aktivismus auf einmal!”, sagt der Freund, der gerade die letzten Blogeinträge liest und, wie vermutlich alle, die gewohnheitsgemäß alle zwei Monate auf diesen Blog steuern und ausgelesene alte Dinge erwarten und dann doch überrascht sind, dass hier noch Leben ist. Ha! Nehmt dies, ihr Feiertagsblogleser.

Wir sind im Mai, es ist Frühling, es ist schon fast Sommer eigentlich und es ist München. Wir sind vorübergehend bei einem Freund quasi eingezogen, es fühlt sich jedenfalls nach WG an und auf seinem Balkon erdulde ich, dass der Gasgrill angeworfen wird. Das ist nur möglich, weil keine Thüringer Bratwürste draufliegen (merke: die gehören ausschließlich auf einen Holzkohlegrill). Gestern war Biergarten, heute ist Finale dahoam. Die gesamte Stadt ist FC-bayernisiert und natürlich hoffen wir auch, dass die Bayern gewinnen, einfach, weil wir danach die Feiersache mitnehmen wollen. Nach dem Spiel gibt’s aber keine Feiersache mehr, es gibt traurige Teenagerjungs in der U-Bahn, die in die Haare ihrer Freundinnen weinen. Ich wundere mich in diesen Tagen über den Englischen Garten, der so überfüllt ist, dass man gerade so einen halben Quadratmeter zum Sitzen – an Liegen ist hier nicht zu denken – findet, über Fahrschul-Porsches und vermisse später die Möglichkeit, in Leipzig auf dem Markt in einer von fünfzehn Metzgereien eine Leberkässemmel kaufen zu können.

Das Lied des Monats:

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