Jul 072011
 

Für diese Reise hier habe ich das erste Mal meinen Presseausweis benutzt. Bei AirBerlin und Hertz gab’s damit Rabatte. Heute habe ich dann gedacht: Eigentlich muss ich dafür gar kein schlechtes Gewissen haben, immerhin ist das Blogtagebuch hier doch auch so etwas wie journalistische Arbeit.

Wobei: Viele von euch haben mir geschrieben und gesagt, dass sie erstaunt sind, dass ich so viel und so oft blogge. Mir kommt das aber tatsächlich nicht wie Arbeit vor. Die Erfahrungen liegen hier massenweise rum, ich muss sie nur aufsammeln und eintippen und das geht, da danke ich nachträglich auch meiner Volkshochschule-Schreibmaschinenkurs-Lehrerin, schneller als mit dem Kuli.

Eure Kommentare und E-Mails haben uns sehr erfreut bei der Reise. Klar schreibe ich das alles auch auf, damit wir uns besser erinnern können, aber es ist schön zu merken, dass noch mehr Leute Spaß dran haben, es zu lesen. Und es ist schön zu wissen, wie es euch im alten Deutschland geht. Danke also.

 

Okay, es war auffällig: Ich bin immer erst spät nach Hause gekommen und hab gesagt, es ist Sommer und so, da hab ich keine Zeit zum Verticale-Bloggen. Das war wie in den meisten Fällen gelogen und der Sommer, der mir als Alibi galt, ist jung, blutjung, wissensdurstig und aufregend. Ich bin tatsächlich fremdgegangen, nicht mit einer Sekretärin oder dem Coca-Cola-Verkäufer, aber es gibt da einen neuen, an den ihr euch gewöhnen solltet. Der neue Blog gehört zu LVZ-Online. Seit geraumer Zeit gibt es da einige Blogs und jetzt ist eben auch einer von mir.

Wie ihr sehen werdet, ist das Konzept so ähnlich wie bei Verticale. Warum mach ich das dann, zweimal einen Blog? Weil ich gemerkt habe, dass Verticale längst nicht mehr das ist, was es sein sollte: nüchterne und in einem positiven Sinne unpersönliche Wissensvermittlung. Vielmehr ist das alles hier zu meinem Baby geworden, zum Fenster in meine eben doch persönlichen Gedankengespinste. Es ist mir ans Herz gewachsen – wenn Beiträge samt Kommentaren verschwinden, weil irgendwas nicht stimmt im bösen Internet, dann bin ich den Tränen nahe, und ich freue mich nach wie vor über jeden einzelnen Kommentar, der mir dann zeigt, dass ihr da seid.

Aber: Es sind ja nun doch größtenteils meine Freunde, die hier rumhängen. Das ist schön. Aber ich will mir beweisen, dass ich interessant schreiben kann und es viele Leute gut finden. Und ich will mich noch mehr zum Schreiben zwingen. Das eigene Kind kann man getrost mal zwei Wochen ohne neuen Eintrag spielen lassen, bei der großen LVZ-Online-Dame geht das wohl eher nicht. Trotzdem bleibt das Bloggen hier und dort for the fame and fortune und ich wünsche mir und euch weiterhin frohes Bloglesen – auf beiden Seiten gleichzeitig, bitte.

 

…nix – richtig. Aber das ist schon mal ein Fortschritt. Im fernen Italien überkam ich eine schwere Sorge um meinen Blog, weil er wie die Bäume jetzt draußen seine Einzelteile verlor.

Nach der Diagnose Wurmfraß und einem großmütigen Einsatz von Großadministrator Simeon ist jetzt fast alles wieder so, wie es einmal war: schön. Hier und da fehlt noch ein Bild und – huch – die streetartgallery muss komplett neu aufgeforstet werden, aber der Rechner rattert und bald ist alles wieder noch schöner.

Der Blog und ich haben hiermit unsere Urläube beendet und stehen wieder zur Verfügung. Danke für die Aufmerksamkeit.

Eine frohe Frau Hansen.

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