Ich war dieses Jahr noch nicht einmal aktiv in Thüringen. Das ist sehr schade. Dafür habe ich in diesem Jahr das erste Mal die Thüringenhymne angehört. Das möchte ich euch auch bitten, dass ihr das jetzt mal macht:

Hach. Schön.

 

Ich habe ein böser Junge und das ist okay bei mir habe
Seine schmutzige Wäsche gibt nichts, was ich kann nicht sauber halten
Und wenn er braucht ein Alibi
Er kann mich die ganze Nacht

Ein Hoch auf die modernen Übersetzungstools hier im schönen Internet. Was der kleine Translator sagen wollte ist das hier:

Die Ladies unter euch haben es erkannt und die Bois unter euch sollten es mal lieber kennenlernen, weil das Lied wird heute Abend die deutschen Wohnzimmer beschallen – und in der Werbepause würde sich eine kleine Textinterpretation doch unheimlich gut machen. Deshalb die deutsche Variante am Anfang dieses Eintrags für euch und deshalb die dringliche Empfehlung, heute Abend doch mal ausnahmsweise RTL zu schauen. Ich werde gleiches tun.

 

Heute lag im Briefkasten der Zettel, dass der Götterbote, Hermes also, mir etwas vorbeibringen wollte, es in Ermangelung meiner Anwesenheit aber meinem Nachbarn anvertraut hat. Ich klingele also, der Mann weiß schon bescheid, was ich will, prüft das Amazonpäckchen auf seinen Umfang und sagt dann: “Okay, zu dünn für das Sarrazin-Buch.” Das fand ich witzig.

Dann war ich im Park und hab im Spiegel einen Artikel von Henryk M. Broder gelesen, der heißt “Thilo und die Gene” und darin geht es, na jetzt ist es aber auch schwer das zu erraten, um den Sarrazin schon wieder. Zum Ende der Sarrazin-, äh, Zitatewoche folgt ein Auszug aus diesem Text, der von daher hervorragend auf diesen Blog passt, weil er Wissen vermittelt, das ich vorher noch nicht hatte – und ihr vielleicht auch nicht. Es geht um Pferdchen:

“Deutsche Pferde haben ein Drei-Gang-Getreibe. Sie gehen, traben und galoppieren. Isländische Pferde haben einen Gang mehr. Er heißt “Tölt”. Pferd und Reiter gleiten dahin, als würden die Hufe den Boden kaum berühren. Das sieht nicht nur sehr elegant aus; man kann auch, auf dem Pferd sitzend, einen Kaffee trinken, ohne dass er aus der Tasse schwappt.

Vor allem Besucher aus dem Ausland sind beeindruckt. Wie geht das? Kommen die Island-Pferde mit einem “Tölt-Gen” auf die Welt? Ist “tölten” angeboren oder anerzogen? Natur oder Dressur?

Die Isländer selbst achten darauf, dass ihre Pferde “rein” bleiben und keinen Umgang mit anderen Pferden haben. Hat ein isländisches Pferd einmal an einem Reitturnier im Ausland teilgenommen, darf es nicht wieder in die Heimat zurück. Umgekehrt dürfte nicht einmal die Spanische Hofreitschule mit ihren Lipizzanern nach Island kommen.”

Quelle: “Thilo und die Gene – Streitfall Sarrazin: Haben eigentlich alle dasselbe Zeug gekifft?” von Henryk M. Broder, Spiegel 36/2010, ab Seite 162

Krass. Die Isländer. Was das nun wieder mit Onkel Sarrazin zu tun hat, das könnt ihr euch entweder in den kühnsten Träumen ausmalen oder selber anlesen, sofern ihr nicht von Analphabetismus geplagt seid (das isländische Volk übrigens nicht, wie ich in gleichem Artikel lernte – schon immer konnten selbst die einfachsten isländischen Bauern lesen, heißt es da).

Ich bin das Thema gerade ein bisschen leid und habe die sonnige Parklesestunde deshalb lieber vergnüglicherer Literatur gewidmet und damit kommen wir zu dem, was der Götterbote mir heute persönlich übermitteln wollte, zum Inhalt des Amazon-Päckchens. Es ist ein Kinderbuch, eigentlich, und heißt “Der Reggaehase Boooo”.

Der Reggaehase Boooo

Worum geht’s? Um Boooo mit vier o, der im Reggaewald lebt und am liebsten Reggaemusik hört, vor allem die von der Band Green Rainjackets und dem Sänger Dr. Klingeling. Damit es im Reggaewald auch weiterhin Musik gibt, muss er den griesgrämigen König zum tanzen bringen. Gar nicht so einfach. Das Buch schrieb Jens Strohschnieder von der Band Yellow Umbrella und ist herzallerliebst illustriert. Kauft es euch doch auch, das macht Spaß und macht den Herbst reggaefarbener. Die kritischen Lesern können sich auch gern vor dem Kauf noch per Interview über das Produkt informieren, bittesehr.

Die Kinder in meinem Bekanntenkreis werden sich zu Weihnachten mit Boooo anfreunden müssen, glaube ich, und unterm Baum zu den Klängen der beigelegten Musik-CD tanzen. Das wird großartig. Bis dahin erfreue ich mich selbst ein bisschen an Buch und Musik, denn: “Wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie noch heute.”

Ein sarrazinfreies, reggaeeskes, auf jeden Fall kindlich-unbeschwertes Wochenende voller Sonne, meinetwegen auch mit Tatort am Sonntag, herrgottnochmal, wünscht

Frau Hansen.

 

“Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.” So hat der Goethe Leipzig die Liebe erklärt, glaubt jeder, aber das stimmt nicht. Er hat es jemanden sagen lassen, damit das mal geklärt wird. Das ist ja nun etwas anderes. Einen Saufkopf hat er es sagen lassen, einen Angeber, und er hat es ihn in seinem Faust sagen lassen, in der Szene in Auerbachs Keller. Man weiß also nicht, ob Goethe Leipzig nun gut fand, jedenfalls nicht aufgrund dieses Zitats. Es ist auch recht unerheblich, wie dieser alte und noch dazu tote Mann die Stadt fand.

Viel wichtiger ist, wie man als lebendiger und nicht allzu toter Mensch diese Stadt findet, die doch die auserkorene Heimatstadt ist. Das herauszufinden habe ich mein Empfinden auf folgende Probe gestellt: Ich habe vier deutsche Großstädte in vier Wochen besucht. Städte, die wahlweise als Perle, Schickeriahochburg, Moloch oder hippste welche Europas verschieen sind. Städte, in denen die geneigte Jugend ihren Führerschein gleich auf einem Porsche machen kann oder gleich mit dem von Papa bezahlten Motorboot über das bisschen Wasser kurvt, was noch nicht totgebaut wurde. Städte, in denen der Schwulst der 70er Jahre so dick an der surrealen Disneylandarchitektur klebt, dass man ihn am liebsten mitsamst der gefühllos dazwischen gezimmerten Hochhäuser wegpickern würde. Städte, die nichts besser trifft als der überraschte Ausruf: “Das ist aber alles ganz schön Louis Vuitton hier.”

Na klar, auch Städte mit großartigen Streetarts (einem Indikator für Lebenswertheit von Straßenvierteln, wie ich bemerken sollte), mit Häfen, mit Weite, mit guten Ideen, mit gutgelaunten Menschen. Mit einer Coolness, die einen schon fast frösteln lässt und die einen zwischen all den selbstverständlich-hippen Läden und Clubs und Leuten nicht wissen lässt, wie man sich da jetzt am besten durchbewegen soll.

Tja, und dann kommt man zurück nach Leipzig. Die Stadt zählt seit Urzeiten in den Statistiken zur unlebenswertesten Stadt Deutschlands und ist nun offiziell auch noch die ärmste deutsche Großstadt. Herrje, was für ein Ruf. Damit ist Leipzig aber komplett unterbewertet, zumindest, wenn man nicht die Schickimickimaßstäbe anlegt. Und wenn man die Kristin-Hansen-Städteranking-Maßstäbe anlegt, dann ist Leipzig zum Glück ganz weit vorne gelandet – nicht zu versnobt, nicht zu rauh, nicht zu versaut, nicht zu laut, nicht zu hip, nicht zu künstlich. Klar, hier ist es ein bisschen weniger 45.000-Euro-Jahreseinkommen, dafür ein bisschen mehr schöne-Wohnung-für-bezahlbare-Mieten. Es ist entspannt. Es ist tatsächlich gut, hier zu sein.

Malt jetzt Herzen mit Leipzig in der Mitte und bleibt dann wohl noch ein bisschen hier – Frau Hansen.

 

Es gibt immer wieder Gründe, diesen Beruf zu mögen. Heute war der Grund superweich und hieß entweder Bonny oder Clyde, wer weiß das schon so genau ohne dreist zwischen die Miniaturbeinchen zu schauen:

Es ist eins von zwei Fennekbabies im Zoo Hoyerswerda und es ist flauschigwauschig und – also entschuldigt, aber das muss ja nun wirklich gesagt werden, weil es einfach mal so ist – süß wie eine Tonne Karamellbonbons. Bewegt könnt ihr das Wüstenfuchsbaby nächsten Dienstag bei LexiTV sehen, da geht’s dann um Füchse und ist natürlich ein Qualitätsprodukt der Frau Hansen.

Fenneks, also Wüstenfüchse, sind ganz klein, sie werden nur 1,5 Kilo schwer. Sie haben übrigens so große Ohren, weil sie nicht schwitzen können und über die Ohren die Temperatur regulieren. Und weil es in der Wüste Sahara, wo die eigentlich leben, so heiß ist, sind die Ohren so groß geworden. Polarfüchse haben dagegen ganz kleine Ohren.

Das allerallerallerwichtigste bei Fenneks ist aber, dass ihre Babies extrem niedlich sind. Der Kameraassistent hat irre gelacht, als ich sagte, dass das Eisprungbilder sind. Mein schlauer Freund, seines Zeichens Halbgott des Halbwissens, hat mir nämlich mal gesagt, dass es Studien gäbe, die belegen: Wenn Frauen Fotos von niedlichen kleinen Kindern oder Tieren sehen, dann regt das den Eisprung an. Ich habe nichts dazu im Internet gefunden. Vielleicht ist es nur ein Mythos. Aber falls nicht, dann will ich hiermit allen eisprungbedürftigen Frauen auf die Sprünge (hahaaaa, was für ein Knallerwortspiel!!!) helfen:

 

Ich war in der letzten Woche öfter in Dresden als in den letzten zwei Jahren zusammen. Grund dafür ist die Sendung, die ihr am Freitag mal bitte alle guckt, sofern ihr eine GEZ-Box habt oder ehrliches Interesse an meinem Treiben.

Was ich dort lernte hat mit den Dresdnern an sich und ihrer Meinung zu ihrer Stadt zu tun. Ein Kollege meinte, dass “der Dresdner” sehr rückwärtsgewandt sei. Ein Interviewpartner sagte, dass sich die Welt eigentlich um Dresden drehe und nicht um irgendwas anderes. Ein Freund regte sich auf: “Die Stadt wird sich an dieser verdammten Waldschlösschenbrücke totsubventionieren, aber für das Stadion haben sie keinen Cent übrig, obwohl das ja Touristen bringt.” Krasse Einschätzungen.

Ich selber habe die meiste Zeit in der angenehmen und gemütlichen Dresdner Neustadt verbracht, wo eingefleischte Dresdner den “Yuppies” zwar die Schuld daran geben, dass der Stadtteil schon wieder zum hippen In-Viertel verkommt – aber irgendwas gibt’s ja immer zu mäkeln und ich hab das jetzt gar nicht so empfunden. Auf jeden Fall, und das sagen alle, ist das der erfrischende und lebendige Gegenentwurf zur Touristenfalle Altstadt.

Und, was ich noch lernte: Selbst Dresden-Liebhaber oder aber auch Urdresdner finden, dass Leipzig durchaus seine Vorzüge hat. Ich zitiere Meister Erich Kästner, der es treffender nicht zusammenfassen könnte:

Leipzig ist das Heute. Und Dresden – das Gestern … Leipzig ist die Wirklichkeit. Und Dresden – das Märchen.

Könnte daran liegen, dass ich in Leipzig noch nie so oft Leute über ihre Stadt habe schimpfen hören. Könnte aber tatsächlich auch daran liegen, dass Leipzig schon immer ein bisschen frischer und ein bisschen weniger barock war.

Für dieses Jahr steht, um all die Eindrücke und Einschätzungen noch mal zu sortieren und die verpassten Streetarts zu sammeln, eine Klassenfahrt nach Dresden an. Bei gemütlicherem Wetter als minus fünf Grad und Eiswind. Ich überlege aber noch, ob man den Auflug vielleicht doch noch vorziehen sollte, denn bis Ende Februar gibt es im Schloss Moritzburg noch eine Sonderausstellung zu Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Und da bin ich ja, so sehr ich die Wirklichkeit Leipzigs liebe, doch Märchenfan.

 

Herrlich, heute fühlt sich das alles ziemlich gut an. Die Sonne scheint. Okay, es ist arschkalt, aber vielleicht führt gerade dieser Umstand die Meisen endlich zu meinen Knödeln. Zwar nur eine bisher, aber wenn die ihren Kollegen erstmal bescheid sagt, dann kann ich aber mal schön Nachschub holen, Freunde. Die Diplomarbeit ist auf stattliche 82 Seiten angewachsen und: mein Handy ist wieder ganz. In den letzten Tagen war es dann doch mehr Krampf als Erlösung, ohne Handy unterwegs zu sein. Ich weiß nicht, wie oft ich Sätze wie: “Ach, Kristin, jetzt hatte ich ja ganz vergessen, dass dein Handy nicht mehr geht.” oder: “Doch, die Kristin ist da, aber ihr Handy ist doch kaputt – warte, ich reich dich mal rüber.” gehört habe, es war auf jeden Fall ausreichend um zu dem Fazit zu gelangen: Mit Handy is entspannter.

Als kleine Schmonzette in Sachen Handy noch eine Geschichte meiner Kollegin Silke, die am Wochenende versehentlich die Hose samt Handy in die Waschmaschine gesteckt hatte, was ihr aber erst nach dem letzten Schleudergang auffiel:

Ich schrie “Mist, das Handy war in der Waschmaschine!”

Mein Sohn fragt: “Bei wie viel Grad?”

Isch sach: “Bei 40 Grad.”

Der altkluge Sohn antwortet: “Das kann ich dir gleich sagen – 40 Grad ist viel zu heiß fürs Handy!”

Tja, da konnte ich wieder lachen.

Bin dann sofort zu e-plus (weil fünf Tage ohne macht doch Angst!), neues Handy hatte ich noch, SIM funktionierte aber nicht mehr. Neue bekommen, konnte sofort wieder telefonieren – nur waren alle Nummern weg und Fotos etc.

Jetzt, also heute, wollte ich es einfach noch mal probieren, schließe das alte Handy vorsichtig (wegen Angst vor “Kurzem”) an…und…nokia ist sensationell…Handy funktioniert, SIM auch…alles da…und für alle, die jeden Tag was lernen wollen: 40 Grad sind eben doch nicht zu heiß!

Na seht ihr, da haben wir sogar noch was gelernt. In diesem Sinne: Frohes mobiles Kommunizieren!

Kristin

 

Gestern war ich im Kino und das war speziell. 3D-Kino ist ja fetzig, aber am Anfang haut das einen ganz schön weg, weil man sich erstmal dran gewöhnen muss. Ich war gestern in so einer Art 3D-Audio-Kino. Der Film wurde live von der Band begleitet, quasi der Soundtrack als Konzert.

Der Film heißt Universalove, die Band Naked Lunch. Hier ist der Trailer:

Sowohl der Film als auch die Musike sind sehr empfehlenswert, soweit man überhaupt den Film und den Soundtrack voneinander trennen kann. Wenn es also noch die Möglichkeit für euch gibt, dann schaut euch das Ding an. Mit oder ohne Band.

Ärgert sich jetzt, dass sie gestern nicht den Soundtrack gekauft hat, weil der bei Amazon um einiges teurer ist – Frau Hansen.

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