Manchmal weiß man ja vor lauter Dummheit schon gar nicht mehr, über was man noch so schreiben soll und dann fällt einem das Thema wirklich so einfach vom Küchentisch. In diesem Fall: Das Handy. Im kuschligen Schutz eines Monstertäschchens hat es bislang zirka hundertelf Stürze überlebt. Gestern Abend, beim hundertzwölften, war Schluss. Das Handy hat dank robuster finnischer Baukunst zwar keinen Schaden genommen, die SIM-Karte eigentümlicherweise schon. In keinem Handy des Haushalts funktioniert die noch und bis ich eine neue kriege, können bis zu fünf Tage vergehen. Und das ist jetzt der Selbstversuch: Wie ist das denn, wenn man fünf Tage mal ohne Handy lebt und diplomiert?

Gehyptes Thema, werdet ihr denken, isses ja auch, zumal ich noch nie zu den Handyaddicts gehört habe. Das Gerät an sich verfügt neben einer Taschenlampe (heyyyyy!) über keine nennenswerten Features und meine Handyrechnung steigt nur selten über zehn Euro. Ist also nicht so wild, das alles, aber: Manchmal, da braucht man das ja schon. Wenn Pressesprecher zurückrufen und den Drehtermin bestätigen. Oder wenn man am Treffpunkt steht, aber es kommt niemand, und man muss rauskriegen, ob man jetzt falsch steht oder ob der andere einfach nur zu spät kommt. Oder man ist im Netto und weiß nicht, ob noch fünf Stücken Butter im Kühlschrank sind oder man eine mitbringen sollte. Oder oder oder. Also mal sehen, wie das so wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Übrigens: Einen Vorteil hat die ganze Sache jetzt schon – es wird eine unfreiwillige Telefonnummernbereinigungsaktion. Mit der Karte sind auch meine ganzen Kontakte verschollen und wenn nicht jetzt, wann dann konzentriert man sich bei der neuen Karte auf die wesentlichen Menschen hinter den Nummern.

Festnetztelefonierende Grüße,

Frau Hansen

 

Ich schreibe viel gerade, natürlich an der Diplomarbeit, aber “ich schreibe viel gerade” klingt nach großem Roman, deshalb stellt es euch einfach romantischer vor. Ich weiß bereits einiges über Dresden und Krabben und Füchse, denn die wollen für’s Fernsehen präsentiert werden. Ich gehe wenig raus, denn es ist kalt und hier drin ist der Laptop, der gefüttert werden muss. Ich bin jetzt in dem Stadium, wo soziale Beziehungen vor allem online aufrecht gehalten werden müssen. Ich bin auch in dem Stadium, wo man sich die Zeit danach unheimlich schön ausmalt und im Kopf Reisen überall hin bucht und es dann aber nicht macht, weil man da ja ewig nach Hotels gucken müsste und sich Reiseführer kaufen würde.

Ich habe Meisenknödel aufgehängt, aber die Meisen finden den Weg auf den Balkon nicht. Ich würde gern ein neongelbes Futterhäuschen bauen mit Einflugschneise, aber dafür habe ich keine Zeit und keine Muße und bin traurig, dass die Meisen dann jetzt wohl woanders nach Essen kramen müssen. Apropos Meisen und Meisenknödel: Darf man das eigentlich? Vögel im Winter füttern? Ja, darf man, wenn es frostig und verschneit ist, sagt der Nabu und der muss es ja wissen.

Bald gibt’s neue Artikel, auch mit Bild und allem Schnickschnack. Bis dahin frohes Frösteln draußen.

 

Heute sagte die Moderatorin in dem Radiosender, den ich immer zu hören pflege: “Hier ist dein iPhone-Radio”. Erwäge ganz ernsthaft den Wechsel zu einem anderen Sender, bloß detektor.fm kann ich über mein fünf Jahre altes Tchibo-Radio im Bad nicht hören, weil es keinen W-Lan-Anschluss hat. Es ist ein Graus mit der Moderne und dem Radio.

 

Es gibt keine Fotos, anhand derer ich meine Furcht verbildlichen könnte, aber wer gestern ein bisschen was von Wetten dass, ääääääh, 2009 Jahre Mauerfall im ZDF gesehen hat, der hat das doch auch gemerkt, nämlich, dass die Angela Merkel, meine Kanzlerin, krank aussah. Oder nicht? Ich hatte wirklich Mitleid und wollte ihr gern eine Wolldecke in den Berliner Regen bringen. Ob die sich in den USA mit der Grippe infiziert hat? Und was hat das mit diesem Blog hier zu tun? Nichts, ich will nur mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen und über die Suchbegriffe “Angela Merkel krank” Leute auf meine Seite locken.

Hinterlistig, aber besorgt kocht sich die Frau Hansen lieber mal selber noch einen Grippe-Konter-Tee. Man weiß ja nie…

 

“Wenn ich mit dir telefonier, mal ich Kringelblumen auf ein Papier.”


 

Eine traumhafte Allegorie am Ende eines wahrlich traumhaften Tages. Der Freund und ich sind seit heute für ein verlängertes Wochenende in elterlichen Gefilden und es fühlt sich jetzt schon an wie Urlaub. Ich mag Thüringen unheimlich gern, das wird mir immer mehr bewusst, je mehr mir Leipzig ans Herz wächst. Hä, wie geht denn das? Als Kontrastprogramm. Klar kann man hier nicht auf Dauer wohnen (ich nicht), denn es fehlen einfach so Sachen wie ein großer Rundfunksender (jaaaa, ihr Experten, das Landesfunkhaus zählt jetzt nicht), eine Karli, die Möglichkeit, abends aus mindestens zehn Veranstaltungen zu wählen, der Cossi, die eigene Wohnung, die Freunde und die Dinge, die mir kurz entfallen sind, wenn es um Stadtleben geht.

Aber man kann ja auch nicht nur die ganze Zeit Arte gucken. Deshalb hat Thüringen so ab und zu echt seine Vorteile, wenn es um Wiesen, Würste und – ja – auch Wein geht. Ich habe heute erstmals thüringischen Wein getrunken (am Vormittag in der Sonne auf einem Weingut an der Saale hellen Strande - das ist genauso idyllisch und kitschig und betrunkenmachend wie ihr euch es jetzt gerade vorstellt) und wieder einen Grund gefunden, das alles hier superst zu finden. Beweisfotos folgen. Ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, für immerimmerimmer hauptwohnsitzende Thüringerin zu bleiben.

Bitte entschuldigt die heimatliche Liebeserklärung und schiebt es auf die Auswirkungen einer Schweinegrippenwoche. Als Ausgleich habe ich für euch noch ein tolles Rätsel. Seit gestern weiß ich dank dem Freund, wie Old Shatterhand mit Vornamen hieß und wer das von euch rauskriegt, bekommt auch wieder ein virtuelles Eis (das alte ist ja noch übrig, weil keiner auf die Simmi-Sache reagierte, aber keine Angst, das ist noch gut). Ach ja: “Old” is falsch, das kann ich euch schon mal sagen…

So, na dann, ab nach Thüringen und ausruhen, ihr geplagten Gemüter!

Die Lokalpatriotin.

 

Ich fange heute an, Tiere mit Grippenamen zu sammeln. Wie ich das so sehe, kann es dauern, bis Vogel- und Schweine- mal Kumpels kriegen. Und ich gebe zu: Das reicht ja auch erst mal. Denn spätestens heute fangen auch die Fernsehmenschen wieder an zu sammeln. Freut euch auf eine Woche der Superlative, was Nichts-Neues-Vermelden über Schweinegrippe angeht. Alles, was ihr wissen müsst, und zwar ALLES im Sinne von ALLES, könnt ihr auf der Seite vom Robert-Koch-Institut lernen. Folgende Dinge habe ich bei meinen heutigen Recherchen im Team der MDR-Task-Force gelernt und gedacht:

  • Eigentlich dürfte Schweinegrippe nicht Schweinegrippe, sondern Nordamerikanische oder Mexikanische Grippe heißen, finden auch Juden und Muslime. Aha, so so. Na dann. Ich kann euch jetzt schon versprechen: Die Alternativen sind so medienunaffin, dass es für immer Schweinegrippe heißen wird.
  • Schweinegrippe klingt auf Englisch unheimlich niedlich: Swine Flu. Ich würde gerne eine Trickfilmfigur danach benennen.
  • Ihr sollt euch gefälligst nicht die Hand vor den Mund halten, wenn ihr niest oder hustet, ihr kleinen Schweinegrippenverbreiter. Sondern den Ärmel, weil ihr das Ganze dann zumindest nicht durch Händeschütteln weitergebt. Solltet ihr ein Begrüßungsritual haben, in dem der Ärmel eine wichtige Rolle spielt, dann niest und hustet bitte in die Kniekehle.
  • Die Sache mit dem Mundschutz ist ein lustiges Placeböchen: Es ist überhaupt nicht nachgewiesen, dass das irgendwie helfen könnte.
  • Ich habe Angst, dass die Schweine am Freitag auf der Messe ein bisschen mehr als nur geschlafen haben.

Des Weiteren mache ich mir Sorgen, dass die Welle der Sondersendungen mehr Angst als Aufklärung verbreitet, auch, wenn die vorsorglich schon mal irgendwas mit “Panik” im Titel haben, um zu suggerieren, dass hier alles andere als Panik gemacht werden soll, was dann aber doch passieren wird (ein Teufelskreis). Und ich freue mich persönlich sehr auf die schönsten Symbolbilder. Mein bisheriger Favorit:

Schweinegrippe sieht so oder ähnlich aus, findet die taz, und schreibt darunter: "  Deutschland wappnet sich: Feuerwehrmänner in Frankfurt mit Infektionsschutzanzügen.". Foto: dpa.

Herrlich. So kann es weiter gehen. Also – lieber nicht(!), sonst kann ich mich doch noch ganz gut in diese Panik mit reinsteigern.

So, jetzt schön Hände waschen gehen, ne?

Die skeptische Arzttochter.

 

Vor ein paar Wochen hat mir ein Kollege ein Wort beigebracht, das ich seitdem täglich im Gebrauch habe und ich frage mich, wie es all die Jahre ohne ging.

Es geht um folgendes: Sobald die Sonne das erste Mal nach dem Schneefall länger als zwei Stunden scheint und damit gleich mal mindestens 32 Grad suggeriert, kommen sie raus, die Sommeridioten. Sie geben ihrer Klimaerwärmungs- oder auch einfach nur Wetterphänomenfreude dadurch Ausdruck, dass sie die sonnenbankgebrannten Beinchen viel zu weit aus den kurzen Skaterhosen vom letzten Jahr rausgucken lassen und dazu ein luftiges buntes und wirrbedrucktes T-Shirt präsentieren.

Na klar tut’s derbe gut, wenn die Sonne den Rücken wärmt und der Himmel blau bleibt und die Bäume ihr grau-braun mit freundlicheren Farben bedecken. Aber, liebe Freunde, das Ganze fetzt auch ohne übertrieben-sommerliche Demonstrationskleidung. Umso schlimmer, dass die Sommeridiotie eben nicht nur die Sonnenbänkler und Pubertierenden trifft, sondern auch meine schnittplatzblassen Medienmenschen. Ich krieg aus Mitgefühl fast jedes Mal selbst eine Blasenentzündung, wenn ich die kurzen Röckchen über den nackschen Beinchen sehe. Zum Glück wurden die Blasen der Freunde bislang verschont, die Atemwege dagegen kaum (oh Wunder, oh Wunder, wo die Erkältung nun wieder herkommt. Bislang gesammelte Gründe: Zu wenig getrunken, von den sadistischen mitkranken Freunden angesteckt.) und ich kann nur raten:

Meine lieben Sommeridioten – packt bitte die Flipflops noch mal in den Schrank, holt die Strickjäckchen und Strumpis wieder raus. Sieht auch gut aus, ist dafür wettergemäß und beinhaltet die Möglichkeit, den Sonnenstyle noch mal zu steigern. Und zwar wenn dann richtig Sommer ist, you know… Eure Muttis, Immunsysteme und ich werden es euch danken.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Die Arzttochter.

© 2011 verticale Suffusion theme by Sayontan Sinha