Dieses Facebook, ey. Früher hätte ich einfach dieses Schmankerl hier gebloggt. Heute stellt man den Link fix bei Facebook rein, ein paar schmunzeln und dann fragt keiner mehr danach! Aber manche Links sollten für die Ewigkeit an die Wand gemeißelt werden, dazu gehört diese Glosse, die mir zufällig unter kam und mich sehr zum Lachen gebracht hat:

“Man kann es lustig finden, man kann sich darüber aufregen – nur ignorieren kann man es nicht: dass viele Jugendliche nicht mehr in der Lage sind, einen Satz ohne “Alder” oder “Digger” zu beenden. Wer darüber klagt, mag das tun, er muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Lamentieren nichts nutzt. (…)

Linderung könnte ein Gedankenexperiment schaffen: Vielleicht ist das, was da gesprochen wird, gar keine niedere Sprache – sondern eine höher entwickelte. (…) “Digger” wäre ein Komma, “Alder” ein Punkt (“Diggeralder” folglich ein Semikolon), und “deine Mudder” stünde für das Ausrufezeichen.

Irgendwann werden vielleicht Bücher in dieser Sprache erscheinen, Neuauflagen von Klassikern, inklusive “Es irrt der Mensch Digger solang er strebt Alder” (Goethe), “Gott würfelt nicht deine Mudder” (Einstein). “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage Alder” (Shakespeare) und natürlich “Geben Sie Gedankenfreiheit Digger Sire deine Mudder” (Schiller).”

Quelle: “Digger, Alder und die Interpunktion”, Hamburger Abendblatt, 31.05.2011

Nach diesen neuen Regeln der Interpunktion würde sich dieser Blogeintrag übrigens so lesen:

Dieses Facebook Digger ey Alder Früher hätte ich einfach dieses Schmankerl hier gebloggt Alder Heute stellt man den Link fix bei Facebook rein Digger ein paar schmunzeln und dann fragt keiner mehr danach deine Mudder Aber manche Links sollten für die Ewigkeit an die Wand gemeißelt werden Digger dazu gehört diese Glosse Digger die mir zufällig unter kam und mich sehr zum Lachen gebracht hat Alder

 

Alles, was ich über Wein weiß, weiß ich von meinem Vater. Ich weiß also, was DOC auf den italienischen Flaschen bedeutet und warum DOCG noch besser ist. Ich weiß, was der Unterschied zwischen Trockenbeerenauslese und Eiswein ist. Und vor allem weiß ich, dass die Trauben, die mein Papa anbaut, die besten sind. Sie sind klein und rund, haben eine feste Schale und große Kerne drin, aber das Fleisch, das ist so wunderbar süß und aromatisch, dass man es durch die harte Schale durchriecht, wenn die Trauben körbeweise im Hausflur stehen. Seit diesen Trauben weiß ich auch, dass die Trauben im Aldi und im Hit-Markt nur billiger Abklatsch sind. Die sind eher so Liebfrauenmilch, die Papatrauben sind dagegen eher so Müller-Thurgau Auslese.
Das allerbeste an diesen Trauben jedoch ist: Sie sind ein Indikator für komische Leute. Bislang habe ich zwei Menschen getroffen, die die Trauben gekostet haben und sie eklig fanden: Die sind ja schon vergoren!, haben diese Unwissenden gesagt. Vergoren! Pah. Das sind Muskat-Trauben, hab ich dann gesagt. Und die so: Nein, die schmecken nicht. Das hat mich jedesmal sehr hart getroffen, weil es fast an Majestätsbeleidigung grenzt. Da kriegt die dicke Schale der Familienstolztrauben einen kleinen Sprung. Aber, das habe ich nun gemerkt, das macht nichts. Komische Menschen sind das, die das sagten. Das wusste ich schon immer und die Trauben haben es bewiesen. Vergesst “Die Geschmäcker sind verschieden”. “Im Wein liegt die Wahrheit”. So sieht es aus. Tsss.

 

Mein lieber Kollege P. ist großer Wurst-Fan und auch ich als Thüringer Kind bekenne mich zumindest zu einem gewissen Grad an Bratwurstfaschismus, wenn ich mich zum Beispiel an sächsischen Grills befinde und die daraufliegenden Würste verschmähe. Zu Recht! Jedenfalls… Bin ich heute über Umwege auf eine gar lustige Seite gelangt. Bei wurstblog.de gibt es zum Beispiel diese wichtige Grillverordnung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch finden sich kleidsame Leibchen, wie dieses, welches es scheinbar nur als Männer-Variante gibt:

 

 

 

 

 

 

 

Viel Spaß beim Wurstseitenstöbern. Ich geh jetzt Abendessen – es gibt frische Mortadella, kein Witz. Für euch zum Appetitholen noch ein Liedchen:

Bo Marley mit “Fleisch” – geht los bei 5:38 from dirtie auf Vimeo.

 

Es ist einiges los in Streetarthausen. Die Gallery gedeiht prächtig und begrüßt heute eine Friedenstaube aus Reykjavik, die mir freundlicherweise zugeschickt wurde:Reykjavik (Island), 2011

Dank ihr kenne ich jetzt ein einziges Wort auf isländisch, immerhin: dúfa heißt Taube.

Außerdem bin ich neulich über zwei bislang unbekannte Streetart-Techniken gestolpert. Die eine kann so unbekannt nicht mehr sein, wenn sie einen Spiegel-Artikel wert ist. Kurzes Rätsel für euch: Was denkt ihr ist der Untergrund für dieses Bild?

Die Antwort: Ein breit getretener Kaugummi auf den Straßen Londons. Ben Wilson gilt als “chewing gum artist” und macht aus den ollen Klebefleckchen Mini-Kunstwerke. Wenn jemand eine Reise nach London in den nächsten Monaten plant: Ich hätte gern ein Foto-Souvenir.

Auch bin ich gespannt auf das erste gestrickte Streetart in Leipzig, das soll es laut LVZ bereits geben, ich hab davon aber noch nix gesehen, leider. “Urban Knitting” funktioniert so: Irgendwelche alten Gegenstände, Geländer, Fahrradständer oder auch gleich alte Fahrräder werden von fleißigen Händen bunt eingestrickt. Das sieht dann in etwa so aus wie hier in Soho, New York:

New York (USA), 2011

Welch sinnvolle und zierende Handarbeit – schöner und aufwändiger als Omas Häkeldeckchen. Und zu guter Letzt noch der Hinweis auf Mega-Streetarts in der brandenburgischen Provinz: Hier werden ganze Häuserwände beklebt. Mit Genehmigung, versteht sich. Ich war noch nie in Luckenwalde und ich weiß nichts von diesem Städtchen, aber diese Himmelmacher machen einen Besuch reizvoller:

© Wenke, MAZ

 

Danke für die guten Hinweise und Bilder, die ihr mir gesendet habt. Macht weiter damit! Und nun: Viel Freude mit der streetart gallery.

Update 1 Im Zentrum von Leipzig entdeckt:

 

Demnächst geht’s ab, liebe Freunde der medialen Schlammschlacht. Das wird eine Geschichte wie bei King Kong und Godzilla oder vielleicht auch wie bei David gegen Goliath oder, wenn es richtig gut läuft, wie damals bei Axel Schulz gegen Wladimir Klitschko. Diesmal heißen die Kontrahenten ARD und Bild und es ist noch völlig offen, wer King Kong und wer Axel Schulz ist:

“Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Intendanten der ARD auf ihrer Sitzung am 27. und 28. Juni in Würzburg beschlossen haben, eine virtuelle Medienredaktion einzurichten. Sie hat die Aufgabe, Sendungen und Beiträge vorzubereiten, die sich mit dem Boulevardjournalismus in Deutschland beschäftigen, konkret: mit Bild. (…)

Der Verdacht liegt nah, dass die Intendanten der ARD Medienjournalismus als probates Mittel zur Instrumentalisierung für eigene Interessen sehen. So sehen das auch einige der nun mit Beiträgen und Sendungen beauftragten Journalisten, denen beim Gedanken, für solche Ziele missbraucht zu werden, ganz flau im Magen wird.

Der Anlass für das plötzliche Interesse an Medienjournalismus bei der ARD ist eine geplante Bild-Serie über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, an der seit geraumer Zeit eine ganze Task Force aus Bild-Leuten arbeitet. ”

Quelle: Berliner Zeitung vom 14. Juli 2011

Weiter heißt es, dass die ARD den “ersten Schuss” von Bild abwarten will, dann wird zurück geschossen. Aufrüsten auf beiden Seiten also, das ist taktisches Manövrieren vom Feinsten. Stefan Niggemeier hat wohl vorsichtshalber schon mal ein halbes Dutzend Interviewanfragen von ARD-Seiten bekommen, nicht minder gespannt bin ich auf das Aufgebot der anderen Seite. So neugierig das alles macht und so gern ich mich mit Popcorn und Pilsbier diesem Spektakel hingeben möchte, so sehr fällt mir gerade auf, dass ich bei den Vergleichen zu Beginn dieses Artikels vergessen habe von Sandschaufeln und Kuchenförmchen zu sprechen, so albern muss ich das doch finden.

 

Mit einer Träne im Knopfloch packen wir unsere Koffer – die hoffentlich nicht zu schwer sind – und empfehlen dieses Video auf Vimeo. Es zeigt ziemlich genau die Stimmung hier und besser hätten wirs nicht machen könnnen:

(THE BEAT OF NEW YORK – A STEREOSCREEN PRODUCTION)

Ok, die Polizei ist bissel überrepräsentiert, aber – It´s for your savety! AND It´s the law! :D

 

„Kleinere Kappe = weniger Plastik“ steht auf der Wasserflasche. Tatsächlich sind die Verschlüsse der Flaschen hier um einiges schmaler als bei uns, aber der ökologische Effekt dessen scheint mir ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein zu sein. Was Abfall angeht, sind die Amerikaner weit vorne. Kaffee und andere Getränke in Plastikbechern zu bekommen, ist hier der Regelfall. Und da hat man schon fast Glück: Die noch umweltsündigere Variante sind Styroporutensilien. Selbst in den Hotels hatten wir das Frühstück meist auf Plastikgeschirr mit Plastikbesteck. Da kommt man sich als Europäer schon komisch vor. Im Supermarkt muss man sehr schnell sein und intervenieren, damit nicht alles hinter den Kassen in Plastiktüten eingepackt wird. Selbst die Melone, die zweifach in Folie eingewickelt und bereits im Tragebeutel ist, wird gern noch mal in einen Beutel gesteckt. Und so landet auch die Flasche mit dem plastiksparenden Verschluss am Ende wieder in einer Plastiktasche.

 

Wir sind im Motel in Hyannis und weil es kein Frühstück zur Übernachtung dazu gibt, müssen wir uns eben im angeschlossenen Restaurant welches kaufen.Wir bestellen Ei mit Schinken und einem Bagel und erträumen uns ein delikates kleines Frühstückchen.Was dann aber auf den Tischen landet, ist alles andere als lecker:

Sieht auf dem Bild besser aus als es war, merke ich gerade. Der „Schinken“ ist einen halben Zentimeter dick und würde die deutschen Verbraucherzentralen in die Hände klatschen lassen, so zusammengeklebt ist der. Zwischen gebratenem Ei und dunkelbraun getoastetem Bagel lagert, vermutlich, um die einzelnen Zutaten nicht hin- und her rutschen zu lassen, eine undefinierbare Masse. Man weiß nicht, ob es Mayonnaise oder Schmelzkäse ist, vielleicht von beidem etwas. Und um den Magen am Morgen gleich so richtig zu überfordern, gibt’s obendrauf noch frittierte Kartoffeln.

Nun mag man denken: Da haben die zwei vielleicht einfach ein bisschen Pech gehabt. Aber mittlerweile haben unsere Erhebungen in diversen Läden gezeigt: Es ist verdammt schwer, hier in Amerika etwas zu bekommen, was nicht frittiert ist oder vor Fett trieft. Ein Schinkencroissant in einer französisch anmutenden Bäckerei? Ist so reichhaltig, dass die Suppe durch die Tüte durch raustropft. Ein Fischfilet am Hafen? Ist garantiert so lange im kochenden Fett gewesen, dass jegliche Geschmacksstoffe wegfrittiert sind. Im Supermarkt besteht die Käsetheke hauptsächlich aus Cheddar in allen Farbvariationen. Schmeckt gut, aber nach einer halben Stunde außerhalb des Kühlregals sammelt sich am Boden der Verpackung der Fettsud. In vielen Restaurants muss man auf der Karte lange suchen, um etwas ohne Pommes oder Weißbrot zu bekommen. Ich habe noch nie so oft Salate bestellt wie hier. Nicht, weil es mir um meine Figur geht, sondern weil der Rest nicht gut ist. Und ein wirkliches Restaurant zu finden, das ist allein schon eine Herausforderung für sich. Es ist tatsächlich ein Land voller Fastfoodbutzen, wobei McDonald’s schon fast unterrepräsentiert ist. Dafür gibt’s extrem viele Dunkin’ Donuts- und Subway-Filialen, dazu kommen „Pizza“-Läden, in denen man echt italienische Pizzaböden für 5 Millimeter dick hält (im Gegensatz zu den amerikanischen mit 3 Zentimeter Dicke).

Wie soll man also einigermaßen in Form bleiben, wenn man in diesem Land lebt und zum Frühstück entweder den Fettbedarf des ganzen Tages bereits aufnimmt oder – die „leichtere Variante“ – Muffins und Weißbrotsüßzeug in sich reinstopft? Das fragen sich die Amerikaner wohl auch. Entlang der Klippen von Newport sind wir hinter zwei dicken Frauen hergelaufen, die sich über ihre Diäten unterhalten haben. Die eine hat von Weightwatcher-Produkten gesprochen, die andere sagte, dass „deep fried chicken with skin“ (richtig geil frittierte Hähnchenschenkel mit Haut dranne) ihr Lieblingsessen seien und das, so sagte sie, passe wohl in keine Diät. Die Fernsehsender bieten in den Werbepausen Wunderpillen an, die schlank machen sollen. Einige Frauen rennen joggend so schnell, als ginge es um Leben und Tod, und schlenkern dabei in ihrer Hand einen Becher gesüßten Eiskaffee herum. Wären wir länger in diesem Land, wir würden unser Erfolgsrezept „FRISS NORMAL“ anbieten. Aber das, soviel steht mal fest, ist gar nicht so leicht hier.

Kleiner Zusatz: Natürlich haben wir auch schon richtig gut gegessen. Unsere Lieblingsrestaurants der Reise werden wir zum Schluss zusammenstellen.

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