verticale

Wieder was gelernt.

Wenn man Thüringerin ist, dann denken immer alle, dass man a) direkt auf dem Rennsteig zur Welt kam, b) Hunde isst und c) jede freie Minute durch die grünsten Wälder wandert, mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Klampfe in der Hand. Trifft auf mich gar nicht zu: a) mein Rennsteig war das Kreiskrankenhaus in Saalfeld, b) Hunde essen nur noch ganz wenige Menschen in Thüringen und die wohnen dann in der Nähe von Sonneberg und c) habe ich Wandern so gehasst… Tatsächlich fanden es meine Eltern großartig, jeden Urlaub in den Alpen zu verbringen, mich auf 6-Stunden-Höhenwanderungen zu quälen und damit jegliche Wanderlust in mir so ziemlich zu ersticken.

Jetzt ist das ein bisschen anders: Mittlerweile ist Wandern ganz gut für das Thüringer Selbstbewusstsein und es macht sogar wieder Spaß, denn ich habe ein Wander-Derivat für mich entdeckt, das gleichzeitig Schatzsuche und Schnitzeljagd ist. Das heißt Geocaching und wenn ihr jetzt wissen wollt, was das nun so ganz genau ist, dann empfehle ich euch, mal hier nachzulesen oder noch kompakter: hier einen netten Beitrag darüber bei detektor.fm zu hören.

Das Gute ist: Geocachen kann man überall, sogar auf kleinen Nordseeinseln, und man braucht nicht viel, außer ein GPS-Gerät und die Anleitungen zu den einzelnen Caches. Derer gibt es viele, darunter auch viel Müll und den erkennt man nicht vor der Selbsterfahrung. Ein bisschen von dieser Erfahrung will ich abgeben und euch die Caches empfehlen, die durchdacht und spaßig sind. Hier bei verticale gibt’s ab jetzt eine neue Kategorie, geocachingbox heißt die, und dort findet ihr in loser Folge Geocaches, die sich lohnen.

Was das mit dem Anspruch von verticale zu tun hat? Eine Menge. Ihr glaubt nicht, wie viel man beim Geocachen lernen und kennenlernen kann. Also: Probiert’s aus, viel Spaß beim Schatzsuchen. Die ersten Tipps gibt’s bald, versprochen.

Ich weiß ja, dass der Anspruch nicht diese verdammte Quote sein sollte und dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk doch andere Kriterien haben sollte und so weiter und so fort – aber 3,3 Prozent? Für die Sklaverei-Sendung? Das ist doch scheiße jetzt. Okay, es ist nicht wirklich das Thema, das den gemeinen Nachmittagsfernseher vom Umschalten zu “Sturm der Liebe” abhalten würde – das vermute ich, aber ich weiß es nicht.

Ich weiß im Grunde nichts über die Zuschauer. Natürlich wird uns jedes Jahr erzählt, dass unser Durchschnittszuschauer ein über 50-jähriger Mann ist, der gute Bildung genossen hat. Also mutmaßt man dann anhand dieser Kenntnis, was so einem über 50-jährigen Mann denn so gefallen könnte am Nachmittag. Dampfmaschinen zum Beispiel, oder Weltkriegsgeschichten. Klappt aber auch nicht immer. Katzen haben ihm oft gefallen. Und Pferde. Komisch, oder? Wenn dieser Mann dann zu Beginn der Sendung wegschaltet, dann mutmaßt man wieder, woran das gelegen hat. An der Formulierung der ersten Moderation? Am Thema? Oder war er vielleicht schon am Ende der vorherigen Sendung weg und die Messgeräte haben es falsch erfasst?

Die Messgeräte sind überhaupt so etwas wie der Ölgötze des Fernsehmachers. Das, was sie sagen, das ist die Wahrheit. So glauben wir. Wir glauben tatsächlich daran, dass diese 5.640 bundesweit verteilten Boxen uns sagen, was der Deutsche denn nun gern sieht und was eher nicht. 13.000 Personen, die in diesen Messgerätshaushalten leben sollen, stehen stellvertretend für 72 Millionen Fernsehnutzer. Ich weiß nicht, wieviele solcher Geräte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen – es müssen verschwindend wenige sein, die dann die Quote für den MDR ermitteln.

Es fällt mir nicht schwer, da an der Repräsentativität und Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Dazu kommt: Ich kenne keinen, der eine Box besitzt oder besaß (schließlich werden die Dinger andauernd weitergegeben und ausgetauscht) und ich kenne auch keinen, der einen kennt, der einen kennt, der so eine Box hat oder hatte. Das ist doch merkwürdig. Meine Theorie ist deshalb: Es gibt diese Geräte gar nicht. Sie sind tatsächlich nur ein Ölgötze, um die Fernsehmacher zu beruhigen. Und in Wirklichkeit würfelt die Volksmusikmafia – je nachdem, wie viele Schmiergelder geflossen sind – jeden Morgen die Werte für die einzelnen Sendungen aus. Der Volksmusikmafiapraktikant muss also jeden Morgen eine neue Kommazahl erdenken und in die Tabellen eintragen. Gegen 9:30 Uhr hat er alle Zahlen reingeschrieben, wobei er beflissentlich darauf geachtet hat, dass die Volksmusiksendungen wie immer die besten Quoten erhalten haben. Und dann gehen die Zahlen in die Redaktionen und das große Rätselraten beginnt.

Ich glaube, wenn ich diese Theorie richtig beweisen könnte, wären mir sämtliche Journalistenpreise, Ruhm, Ehre und Geld im Überfluss sicher. Ihr könnt mir ja bei den Recherchen helfen. Erstmal geht es drum, das Gegenteil auszuschließen, also zu überprüfen, ob es nicht tatsächlich jemanden gibt, der diese Box hat. Wenn ihr eine habt oder aber jemanden kennt, dann schreibt mir doch eine Nachricht. Das würde mich aber wirklich mal interessieren.

Arbeitet jetzt weiter an der Quotenanalyse der letzten Sendung, Frau Hansen.

Heute: LexiTV Sklaverei

Sklaven gab es nicht nur in Amerika, auch, wenn das alle glauben. Ich habe viel über die Sklaverei in der Weltgeschichte gelernt und ein sehr interessantes Interview mit einem Historiker zu dem Thema geführt. Den entstandenen Beitrag dazu könnt ihr euch heute bitte im MDR anschauen, 14.30 Uhr kommt die Sendung.

Außerdem lege ich euch die Internetseite dazu ans Herz, denn da gibt es neben dem Beitrag von mir noch einige zusätzliche Videoclips zur Geschichte der Sklaverei. Ich fand’s echt spannend… Ich hoffe, ihr auch!

Liebeserklärungen an Leipzig

“Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.” So hat der Goethe Leipzig die Liebe erklärt, glaubt jeder, aber das stimmt nicht. Er hat es jemanden sagen lassen, damit das mal geklärt wird. Das ist ja nun etwas anderes. Einen Saufkopf hat er es sagen lassen, einen Angeber, und er hat es ihn in seinem Faust sagen lassen, in der Szene in Auerbachs Keller. Man weiß also nicht, ob Goethe Leipzig nun gut fand, jedenfalls nicht aufgrund dieses Zitats. Es ist auch recht unerheblich, wie dieser alte und noch dazu tote Mann die Stadt fand.

Viel wichtiger ist, wie man als lebendiger und nicht allzu toter Mensch diese Stadt findet, die doch die auserkorene Heimatstadt ist. Das herauszufinden habe ich mein Empfinden auf folgende Probe gestellt: Ich habe vier deutsche Großstädte in vier Wochen besucht. Städte, die wahlweise als Perle, Schickeriahochburg, Moloch oder hippste welche Europas verschieen sind. Städte, in denen die geneigte Jugend ihren Führerschein gleich auf einem Porsche machen kann oder gleich mit dem von Papa bezahlten Motorboot über das bisschen Wasser kurvt, was noch nicht totgebaut wurde. Städte, in denen der Schwulst der 70er Jahre so dick an der surrealen Disneylandarchitektur klebt, dass man ihn am liebsten mitsamst der gefühllos dazwischen gezimmerten Hochhäuser wegpickern würde. Städte, die nichts besser trifft als der überraschte Ausruf: “Das ist aber alles ganz schön Louis Vuitton hier.”

Na klar, auch Städte mit großartigen Streetarts (einem Indikator für Lebenswertheit von Straßenvierteln, wie ich bemerken sollte), mit Häfen, mit Weite, mit guten Ideen, mit gutgelaunten Menschen. Mit einer Coolness, die einen schon fast frösteln lässt und die einen zwischen all den selbstverständlich-hippen Läden und Clubs und Leuten nicht wissen lässt, wie man sich da jetzt am besten durchbewegen soll.

Tja, und dann kommt man zurück nach Leipzig. Die Stadt zählt seit Urzeiten in den Statistiken zur unlebenswertesten Stadt Deutschlands und ist nun offiziell auch noch die ärmste deutsche Großstadt. Herrje, was für ein Ruf. Damit ist Leipzig aber komplett unterbewertet, zumindest, wenn man nicht die Schickimickimaßstäbe anlegt. Und wenn man die Kristin-Hansen-Städteranking-Maßstäbe anlegt, dann ist Leipzig zum Glück ganz weit vorne gelandet – nicht zu versnobt, nicht zu rauh, nicht zu versaut, nicht zu laut, nicht zu hip, nicht zu künstlich. Klar, hier ist es ein bisschen weniger 45.000-Euro-Jahreseinkommen, dafür ein bisschen mehr schöne-Wohnung-für-bezahlbare-Mieten. Es ist entspannt. Es ist tatsächlich gut, hier zu sein.

Malt jetzt Herzen mit Leipzig in der Mitte und bleibt dann wohl noch ein bisschen hier – Frau Hansen.

Helft mir bitte, ihr Ratefüchse!

Man ey, ich weiß nicht, was mit den LVZ-Lesern los ist – irgendwie nicht viel. Da blogg ich mir da einen Wolf und es kommt nichts zurück. Tsss. Deshalb müsst ihr jetzt mit ran. Ich hab mir so ein großartiges Rätsel ausgedacht und das ist auf dem LVZ-Blog seit mehr als einer Woche online – ohne einen einzigen Ratekommentar! Das macht doch so keinen Spaß, Freunde.

Kommt schon, macht ihr wenigstens mit, denn ihr seid doch die größten Ratefüchse im glorreichen Internet. Hier drauf klicken und mitraten, bitte! Dankesehr. Und wenn ihr schon einmal da seid, könnt ihr auch gern noch bleiben und ein bisschen lesen und ein bisschen kommentieren, wenn ihr mögt.

Frischer Wind

Freunde, hallo zurück! Die steifen Brisen des Nordens haben den Kopf ordentlich freigepustet. So muss das sein, so gehört sich das für Dinge wie “Urlaub”. Als Souvenir habe ich euch ein bisschen frischen Wind mitgebracht:

Zum Einen ist die Streetartgallery voller neuer entdeckenswerter Bilder. Schön ist das.

Hamburg, 2010

Außerdem möchte ich in aller Förmlichkeit darauf hinweisen, dass diese Keimzelle der guten Blogeinträge nun auf WordPress 3 läuft – was auch immer es zu heißen hat: Ich finde das gut, glaube ich. Danke, liebster Administrator, fürs Administratieren.

Und zu allem Überfluss gibt’s noch ein kleines Schmankerl. Neben euren Kommentaren werden ab sofort kleine Bildchen angezeigt. Das Feature dafür heißt Gravatar und funktioniert so: Ihr müsst euch einmalig auf dieser Seite mitsamst Emailadresse anmelden, ein Foto hochladen und dann wird das immer dann angezeigt, wenn ihr mit der angegebenen Emailadresse einen Kommentar bei WordPress hinterlasst, so zum Beispiel:

Macht eure Kommentare nicht sinnvoller, aber schöner – quasi der Glitzerstaub auf eurem Dekolletée, das Korallenrot für eure Fingernägel oder auch das Tattoo auf eurem Oberarm, wenn es etwas männlicheres sein soll.

Also: Viel Spaß weiterhin hier. Es geht bald wieder ganz weit nach vorne, mit neuen Rubriken, die mir im Kopf rumschwirren und neuen lernenswerten Dingen. Versprochen. Ich lasse euch jetzt nicht mehr so lange alleine im Teufelsinternet.

Gruß und Kuss, Kristin.

Es gibt zwei Geschäftsmodelle, mit denen man unglaublich viel Geld verdienen könnte, glaube ich. Weil ich aber sowieso schon meine Geldscheine zum Auspolstern der Diamanten und als Einstreu für die vergoldeten Chinchillakäfige verschleudere, gebe ich in einem Anflug von Großmut diese Geschäftsmodelle an euch weiter, auf dass ihr reich und erfolgreich werdet. Ihr könntet also eine Agentur für letzte Sätze gründen. Die letzten Sätze eines Textes sind die undankbarsten und hässlichsten, also würden Journalisten, Schriftsteller oder auch Redeschreiber sicher einige fünfzig Cente für kreative letzte Sätze ausgeben.

Der andere Businessplan geht in eine etwas andere Richtung: Es handelt sich hierbei um eine Agentur für Bannkreisscheißung. In den letzten Wochen gab es so viele Arschlöcher und Idioten auf der Welt, dass ich schon dachte, die Leipziger Messe kompensiert die Games Convention mit einer Messe für Arschlöcher und Idioten. Und als Workshop versuchen sie, einem mit Nichtigkeiten so in die Magengrube zu treten, dass man gar nicht mehr weiß, wie der noch weiter verdauen soll, ohne dabei Geschwülste zu produzieren. Die Leiter dieser Workshops waren gar nicht so schlecht, scheinbar, denn die Tricks haben ziemlich gut gewirkt. All diesen Arschlöchern und Idioten wünsche ich nichts sehnlicher, als dass einfach zehn oder zwölf Hunde auf Zuruf gezielt einen Bannkreis um die Autos dieser Arschlöcher und Idioten scheißen.

Schön ist dann, wenn man merkt, dass man die Kotplatzierungskunststückchen der Hunde doch nicht braucht. Weil es nämlich statt dessen Menschen gibt, die nicht mal wissen, dass sie gerade dabei sind, den Ärger und die Magengrubentritte der letzten Tage vergessen zu machen. Weil sie da sind, weil sie einem wohlgesonnen sind, weil sie Lieder singen, die alles wieder gut machen oder weil sie einem Schokolade geben. Und wenn man dann, mit balsamierter Seele, wieder auf diese Arschlöcher und Idioten trifft, dann fühlt man schon fast ein bisschen Mitleid mit diesen armen Kreaturen, die zwar von dressierten Hunden verschont wurden, aber scheinbar nicht merken, um was es eigentlich geht – um die Menschen und darum, dass das Leben viel zu kurz, um sich ernsthaft für Magengrubentritte und Bannkreisscheiße zu interessieren.

Deshalb: Kümmert euch lieber um die letzten Sätze als um die Kot-Dressur von Hunden.

Gestern war ich unterwegs, drehen, in einer Ausstellung, und zwar der Frida-Kahlo-Ausstellung in Berlin. Der Ort ist für diese Geschichte aber ungefähr so relevant wie die Frage, ob man nun am Morgen, am Abend, gar nicht oder ständig die Fenster öffnen sollte, um die Hitze aus der Wohnung zu kriegen – es ist eh egal, weil die Hitze immer gleich ist und niiiiiie rausgeht, leider. Jedenfalls: Ich mache gerade das Interview mit der Kuratorin der Ausstellung, da pirscht sich so langsam von rechts hinten ein total ausgebufftes Kind an und stellt sich nach kurzer Überlegung, wo denn nun der wirklich richtige Punkt sei, um ganz genau in die Kamera gucken zu können, hin und winkt. Oh, welch innovatives und überraschendes Verhalten, denke ich mir, und sage dann: “Hier, mein Freund, kannst du vielleicht mal nach ganz da hinten gehen und dir einfach so ein Bild ganz genau angucken?”

Liebe ausgebuffte Kinder der gesamten Welt: Wenn ihr wirklich sicher gehen wollt, dass Kameraaufnahmen NICHT im Fernsehen gezeigt werden, dann nur weiter so. Ratet mal, warum man winkende ausgebuffte Kinder so gut wie nie im Fernsehen sieht (es sei denn, nachrichtenschwangere Angela Merkels oder Elton Johns sagen was superes im Vordergrund). Da habt ihr jetzt mal richtig gedacht: Weil es verdammt scheiße aussieht und weil man sich als geneigter Zuschauer dann immer fragt “Was ist das denn für ein bescheuertes ausgebufftes Kind, das da winkt?” und dann nicht mehr drauf achtet, was der Mensch, der da spricht, eigentlich superes zu sagen hat.

Diese Kinder können auch gern mal Erwachsene sein und müssen nicht unbedingt winken. Auch sehr schön sind so originelle Kommentare aus dem Hintergrund wie: “Bin ich jetzt im Fernsehen?”, “Guck mal, Jürgen, jetzt kommst du ins Fernsehen!”, “Jürgen, zieh mal den Bauch ein, jetzt wirst du gecastet für [wahlweise einsetzen] Germany’s Next Topmodel / Popstars / den Dieter Bohlen!” oder auch “Was gibt’s denn da jetzt als Gage, wenn ich hier im Film mitspiele?” Nein, verdammt, weder ihr selber noch der Jürgen kommt ins Fernsehen, zu einer Castingshow, in irgendeinen Film oder kriegt auch noch Geld dafür, dass ihr mit diesen kreativen und an Lustigkeit kaum noch zu überbietenden Einwürfen ein müdes Lächeln, weil man ja nett sein soll und Vorbild ist und so weiter, provoziert. Vielleicht könntet ihr euch stattdessen mal was neues ausdenken – vielleicht könntet ihr im Hintergrund Bilder malen oder, und das wäre nur begrüßenswert, dem Kamerateam keine Worte, sondern Schokolade, Bier oder ein Eis schenken.

Aber genug der Arroganz dieser Medienleute, es hat nach wie vor Gutes, sich auch mal mit all diesen Leuten auseinanderzusetzen: Es ergibt einen Blogeintrag und es gibt auch die Zeiten, in denen man für all das entschädigt wird – wenn man zum Beispiel das Privileg hat, die Frida Kahlo Ausstellung eine Stunde für sich ganz allein zu haben oder im Anschluss an den Dreh noch ziemlich entspannt und kostengünstig in die Olafur Eliasson Ausstellung kann. Letztere kann ich nur empfehlen – also, wenn ihr mal in Berlin seid…

Viele Grüße, vor allem an den Jürgen,

die Medienzicke Hansen.

Der König der Tier

Ach Freunde, das war doch traurig gestern. Aber: Der Neuer ist der Torwart der Jahrtausende und der Löw ist der König der Tier:

Noch mehr schöne WM-Lieder auf http://www.elftonmusik.de/
Sehr empfehlenswert zum Beispiel die Symphonie für 999 Vuvuzelas, die man sich einfach so unter “Downloads” – ratet mal… richtig! – runterladen kann. Auch die Moritat über Kevin-Prince Boateng ist herzergreifend.

Buchtipp: Bestattung eines Hundes

Liebe alle, jetzt wollen wir hier mal den Weiterbildungsanspruch des Blogs nicht unter den Tisch kehren. Ich empfehle euch daher: Lest! Nicht irgendwelchen Schund, sondern ein Buch, das mir seit ungefähr zwei Jahren sehr am Herzen liegt. Es ist großartig und es im Sommer zu lesen ist sicher noch großartiger. Das großartigste: Es liegt jetzt als Taschenbuch vor, ist also nicht mehr ganz so teuer und sieht folgendermaßen aus:

Worum geht’s?

“Der Kulturjournalist Daniel Mandelkern steckt in einer Zwickmühle: seine Frau Elisabeth ist auch seine Chefin bei der Wochenzeitung, für die beide arbeiten. Und weil sich ihre Ehe gerade in der Krise befindet, schickt sie ihn an den Luganer See, damit er ein Porträt des mysteriösen Kinderbuchautors Dirk Svensson verfasst. Mandelkern ahnt dabei nicht, dass er in eine rätselhafte und tödliche Dreiecksgeschichte hineingezogen werden wird, die ihn nach New York, Brasilien und auf die Nachtseite der modernen Welt führt. Eine hochspannende Reise, von Thomas Pletzinger mit großer sprachlicher Finesse, atmosphärischer Dichte und ungeheurer Rasanz in Szene gesetzt.”

…sagt der Klappentext.

So, jetzt druckt ihr euch das Bild oben mal aus, nehmt zwölf Euro und packt die in eure Sommerhose. Für zwei Euro kauft ihr auf dem Weg in die Innenstadt ein Eis, dann geht ihr in die Buchhandlung, zeigt das Bild, sagt, dass ihr das bitte haben möchtet und bezahlt es mit den restlichen zehn Euro. Da habt ihr was zu tun, kommt raus und habt die beste Sommer- und Strandlektüre.

Viel Spaß dabei! Frau Hansen.

Der Blog-Seitensprung.

Okay, es war auffällig: Ich bin immer erst spät nach Hause gekommen und hab gesagt, es ist Sommer und so, da hab ich keine Zeit zum Verticale-Bloggen. Das war wie in den meisten Fällen gelogen und der Sommer, der mir als Alibi galt, ist jung, blutjung, wissensdurstig und aufregend. Ich bin tatsächlich fremdgegangen, nicht mit einer Sekretärin oder dem Coca-Cola-Verkäufer, aber es gibt da einen neuen, an den ihr euch gewöhnen solltet. Der neue Blog gehört zu LVZ-Online. Seit geraumer Zeit gibt es da einige Blogs und jetzt ist eben auch einer von mir.

Wie ihr sehen werdet, ist das Konzept so ähnlich wie bei Verticale. Warum mach ich das dann, zweimal einen Blog? Weil ich gemerkt habe, dass Verticale längst nicht mehr das ist, was es sein sollte: nüchterne und in einem positiven Sinne unpersönliche Wissensvermittlung. Vielmehr ist das alles hier zu meinem Baby geworden, zum Fenster in meine eben doch persönlichen Gedankengespinste. Es ist mir ans Herz gewachsen – wenn Beiträge samt Kommentaren verschwinden, weil irgendwas nicht stimmt im bösen Internet, dann bin ich den Tränen nahe, und ich freue mich nach wie vor über jeden einzelnen Kommentar, der mir dann zeigt, dass ihr da seid.

Aber: Es sind ja nun doch größtenteils meine Freunde, die hier rumhängen. Das ist schön. Aber ich will mir beweisen, dass ich interessant schreiben kann und es viele Leute gut finden. Und ich will mich noch mehr zum Schreiben zwingen. Das eigene Kind kann man getrost mal zwei Wochen ohne neuen Eintrag spielen lassen, bei der großen LVZ-Online-Dame geht das wohl eher nicht. Trotzdem bleibt das Bloggen hier und dort for the fame and fortune und ich wünsche mir und euch weiterhin frohes Bloglesen – auf beiden Seiten gleichzeitig, bitte.

Sommer!

Ich hab mir jetzt eine Jeans abgeschnitten, Mückenschutzmittel gekauft, war gestern baden, obwohl die Frau vom Blutspendedienst gesagt hat, dass man das nicht soll, weil es doch jetzt durch die Blutspende eine erhöhte Infektionsgefahr gebe. Warum so leichtsinnig, Frau Hansen? Weil Sommer ist. Hach.

Kurz noch ein perfektes Lied für das Frühstück auf dem sommerlichen Balkon oder eine Holunderschorle auf dem sommerlichen Balkon oder zum Blumengießen auf dem sommerlichen Balkon:

Dass es in dem Video kein Video, sondern ein Standbild gibt, ist jetzt bitte nicht zu bemängeln, sondern gut zu finden, immerhin ist man dann nicht vom draußen sein oder nach draußen gucken abgelenkt.

Schönen Sommer! Kristin

Holundertage

Wenn die Stadt, in der man sich jetzt laut Personalausweisaufkleber beheimatet fühlen soll, den ganzen Frühling über nach Bärlauch riecht und man Bärlauch alles andere als gern isst, was macht man dann? Erstmal sich einreden, dass das ja ein super Markenzeichen der Stadt ist. Und es trotzdem unangenehm finden. Dann beginnt man die Blüten zu mögen.

Und dennoch: Im Frühsommer freut man sich dann endlich so viel mehr über andere weiße Blüten, die es in Leipzig zuhauf gibt und die weder stinken noch eklig schmecken, sondern ganz leckere und ansehnliche Gelees und Siruppe (?) ergeben. Ich bin jetzt stolze Holunderblütenweiterverarbeiterin und werde, sofern es irgendwann keine Alternativen mehr gibt, Holunderblütenprodukte verkaufen. Damit werde ich reich und setze mich mit ansehnlichen Lobbyistengeldern für die Entbärlauchisierung und Beholunderung der Leipziger Wälder und Wiesen ein.

Oder ich lass alles beim Alten und freu mich einfach bei einem herzhaften Biss in ein Holundergeleebrötchen oder einem Schluck Holundersirupprosecco auf die nächste Blüte. Das Schöne ist nämlich, dass quasi parallel dazu der Bärlauch seine Blüte und Geruchsverbreitung einstellt. Danke dafür.

Making of Membrain

Viel zu lang habe ich euch dieses Meisterwerk Leipziger Filmkunst vorenthalten. Die viel zu bescheidenen Jungs haben sich und ihrem Film eine halbe Stunde gewidmet:


Bald, ja bald, gibt’s hier auch mal wieder was mit richtig Inhalt und so. Bis dahin: Video und / oder Fußball gucken.