Es gibt neue Streetarts in der Galerie, Freunde! Dank der Reisesiolita jetzt auch aus aller Welt. Größten Dank dafür, mein Herz.

Buenos Aires (Argentinien), 2012

 

 

Badesalz. Warum denn nicht. Kann man doch mal drüber bloggen, vor allem, wenn doch hier sonst nichts passiert. Badesalz, also. Ich würde den Erfinder dessen gern mal fragen, was das bitte soll.

Sonntage sind Badetage, Sonntage mit Magen-Darm-Turbo-Infekt umso mehr. Ich also die Tüte aufgemacht, die ich zum Geburtstag  bekam, die versprach ein Badeerlebnis allererster Güte. Nun kann man dem Schenker keine Vorwürfe machen, ich wusste ja bis zum Abtrocknen an diesem Sonntag auch noch nicht, dass ich Badesalz nicht mag. Aber dieses Badesalz hat komisch gerochen, es hat keinen Schaum gemacht (ist wohl so bei Badesalz, was?) und dass das für die Haut was Gutes bedeutet, möchte ich dem Mittel auch mal absprechen. Eine Mogelpackung, würden wir in der Redaktion sagen. Alle notwendigen Badezusatzeigenschaften werden da doch unerfüllt zurück gelassen. Da lobe ich mir doch die anderen badewannenassoziierten Geburtstagsgeschenke, die ich hiermit empfehlen möchte: Es sind LED-Lichter, die im Badewasser funkeln und ihre Farbe ändern. Klingt sinnlos, ist aber großartig. Dazu eine Badebombe von Lush, die all das hat, was Badesalz nicht hat: Sie riecht gut, sie macht ordentlich Schaumrabatz und sie lässt die Haut ganz weich werden. Super. Merkt euch das für den nächsten Geburtstag, Freunde.

 

Dieses Facebook, ey. Früher hätte ich einfach dieses Schmankerl hier gebloggt. Heute stellt man den Link fix bei Facebook rein, ein paar schmunzeln und dann fragt keiner mehr danach! Aber manche Links sollten für die Ewigkeit an die Wand gemeißelt werden, dazu gehört diese Glosse, die mir zufällig unter kam und mich sehr zum Lachen gebracht hat:

“Man kann es lustig finden, man kann sich darüber aufregen – nur ignorieren kann man es nicht: dass viele Jugendliche nicht mehr in der Lage sind, einen Satz ohne “Alder” oder “Digger” zu beenden. Wer darüber klagt, mag das tun, er muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Lamentieren nichts nutzt. (…)

Linderung könnte ein Gedankenexperiment schaffen: Vielleicht ist das, was da gesprochen wird, gar keine niedere Sprache – sondern eine höher entwickelte. (…) “Digger” wäre ein Komma, “Alder” ein Punkt (“Diggeralder” folglich ein Semikolon), und “deine Mudder” stünde für das Ausrufezeichen.

Irgendwann werden vielleicht Bücher in dieser Sprache erscheinen, Neuauflagen von Klassikern, inklusive “Es irrt der Mensch Digger solang er strebt Alder” (Goethe), “Gott würfelt nicht deine Mudder” (Einstein). “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage Alder” (Shakespeare) und natürlich “Geben Sie Gedankenfreiheit Digger Sire deine Mudder” (Schiller).”

Quelle: “Digger, Alder und die Interpunktion”, Hamburger Abendblatt, 31.05.2011

Nach diesen neuen Regeln der Interpunktion würde sich dieser Blogeintrag übrigens so lesen:

Dieses Facebook Digger ey Alder Früher hätte ich einfach dieses Schmankerl hier gebloggt Alder Heute stellt man den Link fix bei Facebook rein Digger ein paar schmunzeln und dann fragt keiner mehr danach deine Mudder Aber manche Links sollten für die Ewigkeit an die Wand gemeißelt werden Digger dazu gehört diese Glosse Digger die mir zufällig unter kam und mich sehr zum Lachen gebracht hat Alder

Mrz 262012
 

Was ich gemacht habe, fragt ihr euch. Das kann ich euch genau sagen. Es ist Jagdsaison, Freunde, und so lag ich seit dem letzten Blogeintrag auf der Lauer in den Leipziger Auwäldern. Tage und Nächte habe ich zugebracht in Schmutz, Kälte, Frost und TV-befreiter Zone, um den Moment nicht zu verpassen, wenn die Nerzaale sich aus ihren kleinen hässlichen Winterquartieren pelzen und zum Cospudener See ziehen wollen, um dort den Sommer nebst Frühjahr auf einer Liege mit etlichen Kästen Sternburg Export zu verbringen. Zwei von ihnen blieb dieses idyllische Asozialenleben nun für immer verwährt. Da brauchen wir jetzt auch nicht drumrum reden: Die sind sowas von tot und mittlerweile auch verdaut. Ich habe sie erlegt, rasiert, gewaschen, eingekräutert, gedünstet (was für Nerzaale die bekömmlichste Zubereitungsart ist) und mit guten Freunden verschmaust. Ein Fest, diese Nerzaalsaison.

Wem das alles komisch vorkommt und / oder wer Hunger auf einen eigenen Nerzaal hat, dem sei das Rezept dazu ans Herz gelegt. Mahlzeit.

 

Ist mir schon klar, dass ich zu spät bin und auch wieder zu jung. Aber ich will ja gar nicht selber Bundespräsident/in werden, vorerst zumindest. Ich würde nur so unheimlich gern Mitglied der Bundesversammlung werden, liebe Zuständige für die Beorderung von Bundesversammlungsmitgliedern. Die ganze Sache ist ja durchaus nebulös, weil mehr als die folgenden Informationen gibt es nicht: Jedes Bundesland kann Menschen zur Wahl des Bundespräsidenten nach Berlin schicken. Die müssen keiner Partei angehören. Jeder, der zum Bundestag gewählt werden kann, kann auch zur Bundesversammlung gewählt werden. Wobei wir wieder bei mir wären. Und wenn Sebastian Krumbiegel und Peter Sodann schon mal Bundesversammlung sein konnten, dann könnte ich das aber sowas von auch. Man fragt sich an dieser Stelle durchaus zu Recht, warum ich das unbedingt will. Na weil ich unheimlich gerne mal im Bundestag auf so einem Stuhl sitzen würde, weil ich gerne beim Reinlaufen Veronica Ferres Parfüm rausriechen würde, weil es bestimmt Bundestagscateringschnittchen gibt und weil ich noch nie bei einer Bundesversammlung war. Also, wenn ihr noch wen sucht, liebe Sachsen: Ich wäre dabei.

 

Das kommt davon, wenn man sich arglos zur Ruhe legt
und ein schlechtes Gewissen auf einmal ganz dicht hinter einem steht
und es hat einem den rechten Arm auf den Rücken gedreht
und fragt mit gespielter Neugier, wie das denn so wär
In mondlosen Nächten
träum ich noch immer von dir.

- Element of Crime

Ich habe eine neue Form von Alpträumen. Die Zahnspangengeschichte scheint vorerst auserzählt, auf jeden Fall hat das schlechte Gewissen Überhand über das Unterbewusstsein gewonnen und spielt mir folgende Szenen vor: Ich mache den Geigenkoffer auf und die Geige ist völlig kaputt. Von Motten zerfressen, die Saiten hängen in alle Himmelsrichtungen und der Lack ist abgenagt. Heute Nacht wieder. Fürchterlich ist das und ich weiß genau, was ich mir damit sagen will.

 

Also habe ich heute nach einem guten Jahr den Geigenkoffer geöffnet und da lag die Gute, als hätte sie nur darauf gewartet, dass ich mal wieder vorbei komme. Ich habe mich vergewissert, dass die Tür zum Flur zu ist und habe gespielt und es war schön. Was nicht heißt, dass es schön klang (ich habe mir überlegt, dass ich den Nachbarn, sollten sie in den nächsten Tagen fragen, was das denn für ein Krach war, sagen würde, dass ich Besuch hatte, der Geige gespielt hat). Aber es war schön. So eine Geige nimmt einem das nicht übel, dass man sie so lange nicht beachtet hat. Sie hat keinen Namen, aber es steht fest, dass sie weiblich ist. Die Saiten sind verstimmt, gut, aber sie riecht wie immer fabelhaft nach Musikunterricht und Telemann und Kolophonium und dem neuen Lack, den ich ihr nach meiner Diplomarbeit gekauft habe. Komischerweise wissen die Hände auch noch, was sie zu tun haben, also spielt man die paar Noten, die noch vom Unterricht und vom Orchester übrig blieben und merkt, dass die Finger früher aber auch mal schneller waren. Ich spüre, dass ich keine Hornhaut mehr habe und überlege, ob ich nach dieser halben Stunde schon wieder den Geigerfleck am Hals bekomme, den man leicht als Knutschfleck missdeuten kann.

Jetzt liegt das Baby wieder im samtenen Bettchen und ich hoffe, dass es nicht erneuter Horrorträume bedarf, damit ich sie mal wieder raushole. Es ist nur so unendlich traurig, alleine zu spielen und zu merken, dass man nicht vom Fleck kommen wird. Deshalb überlege ich, Unterricht zu nehmen, das hätte die Gute verdient. Wer also jemanden kennt, der des Geigelehrens mächtig ist und auch am Abend oder am Wochenende Zeit hat und nicht so unverschämt viel Geld verlangt wie diese Musikschule in der Stadt, dem sei für jeden Hinweis gedankt. Auch im Namen der Geige.

 

Ich will nicht mit dem leidigen Thema Klimawandel anfangen und es ist mir durchaus bewusst, dass ein Winter noch kein Global Warming stoppt. Aber diese Bilder lassen einen doch zweifeln, dass es jemals eine Zeit ohne Schnee geben wird:

Wir sind in Österreich und nein, wir müssen nicht gerettet werden. Einige Pisten sind wegen Lawinengefahr geschlossen, aber der Ort, so sagte der Liftarbeiter, ist nicht gefährdet. Mein persönliches Highlight bisher: Ein schmerbäuchiger Mann im Midlifecrisis-Alter in einer Bar, die sich gerade in eine Après Ski Hölle (hier: “apre´s ski”) verwandelte. Er singt mit bei “Girl, I wanna make you sweat, sweat till you can’t sweat no more, alalalalalong” und wippt dabei bedeutungsschwanger sein Weißbierglas. Die Singlefrau nebenan guckt angestrengt weg. Wir gehen schnell wieder und schwitzen wirklich, in der Hüttensauna. Ein Hoch auf den Winterurlaub.

 

Liebe alle,
danke für eure Geduld und danke für eure Fragen, was denn mit dem Blog sei und warum ich nicht mehr schreibe. Nun, warum schrieb ich eigentlich nicht? Es mangelte an Zeit, an Muße, an Themen.
Ich wollte so gerne über ein einschneidendes Erlebnis bloggen. Im Oktober war ich in Bitterfeld und es war schlimmer als gedacht. Aber ich hatte an dem Tag keine Zeit und später verklärte ebenjene die Sicht auf die Dinge. Ich glaube aber, jetzt ist die Geschichte so gut durchgezogen, dass sie, mit all dem Seemannsgarn, der sich drüber gelegt hat, demnächst hier zu lesen sein wird.
In der Zwischenzeit haben wir hier ein bisschen gemalert. Ihr seht schon – eines ist noch nicht in dem Topf, wo es kochen soll und ich muss noch ein paar Fotos verschieben. Trotzdem geht’s jetzt hier endlich weiter – willkommen zurück.

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